Für Teile der spanischen Mittelmeerküste gilt an diesem Sonntag die höchste Unwetterwarnung. Der staatliche Wetterdienst Aemet hob den Alarm für den südlichen Küstenstreifen der Provinz Valencia und den Norden der Provinz Alicante auf Rot an. Die Warnung gilt von 10 Uhr Ortszeit am Sonntag bis 10 Uhr am Montag.
Verantwortlich ist das Höhentief „Adam“, in Spanien DANA genannt – eine Wetterlage, bei der sich kalte Luft in großer Höhe über dem noch warmen Mittelmeer festsetzt und schwere Gewitter mit extremen Regenmengen auslöst. Nach Angaben des öffentlich-rechtlichen Senders RTVE erreicht die Wetterlage auch die Balearen-Inseln Ibiza und Formentera.
Sturmböen und hohe Wellen
In dem betroffenen Gebiet könnten binnen zwölf Stunden bis zu 200 Liter und innerhalb von 24 Stunden mehr als 300 Liter Regen pro Quadratmeter fallen, teilte Aemet mit. Der Wetterdienst sprach von einer außerordentlichen Gefahrenlage. Menschen und Sachwerte in gefährdeten Zonen könnten schwerste Schäden erleiden.
Hinzu kommen schwere Sturmböen an der Küste sowie ein Seegang mit Wellen von drei bis vier Metern Höhe, wie der valencianische Innenminister Juan Carlos Valderrama nach Angaben der Nachrichtenagentur Europa Press berichtete.
Die stärksten Auswirkungen werden in den Küstenregionen La Safor und Marina Alta erwartet. Auch die durch die Flutkatastrophe vom Oktober 2024 schwer getroffenen Gebiete im Umland von Valencia sind erneut gefährdet. Für angrenzende Zonen gilt die zweithöchste Warnstufe Orange.
Behörden rufen zur Vorsicht auf
Die regionale Katastrophenschutzbehörde verschickte nach Angaben der spanischen Nachrichtenagentur EFE zwei Es-Alert-Warnungen an Mobiltelefone in den betroffenen Gebieten. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, auf unnötige Fahrten zu verzichten, keine überflutungsgefährdeten Gebiete zu durchqueren und sich bei steigendem Wasser in höher gelegene Stockwerke zu begeben.
Die Stadt Valencia sagte Freiluftveranstaltungen ab und schloss Parks, Gärten und Tunnel. Auch Konzerte und andere Veranstaltungen wurden abgesagt. Die Bahngesellschaft Renfe erlaubt Reisenden nach Angaben der regionalen Behörden kostenfreie Umbuchungen und Stornierungen von Fahrkarten.
Innenminister Valderrama rief die Bevölkerung dazu auf, sich ausschließlich über offizielle Kanäle zu informieren und keine Gerüchte aus sozialen Netzwerken zu verbreiten.
„Der Staat hat versagt“ – Ministerpräsident Schnieder entschuldigt sich für Ahrtal-Flut
Klimakarten: Was Berlins offizielle Daten tatsächlich verraten
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]