Volkswagen plant einem Bericht der Süddeutschen Zeitung zufolge, die Gehälter vieler seiner weltweit rund 600.000 Beschäftigten bis zum Jahr 2030 einzufrieren. Das gehe aus internen Unterlagen für das weltweite Top-Management hervor, die die Zeitung einsehen konnte. Ein Konzernsprecher wollte sich der Süddeutschen Zeitung zufolge nicht zu „solchen Spekulationen“ äußern. Die anstehende Verhandlungsrunde sei „der Ort, um zuerst intern betriebliche Absprachen jeder Art“ zu besprechen.
Für die Beschäftigten könnte eine mehrjährige Nullrunde angesichts der Inflation einen realen Einkommensverlust von bis zu zehn Prozent bedeuten, berichtet die Zeitung. Konjunkturforscher erwarteten für dieses und nächstes Jahr Preissteigerungen von rund drei Prozent. Die 130.000 Mitarbeiter in Deutschland mit Haustarifvertrag hatten dem Bericht zufolge bereits beim Sparpaket 2024 auf eine vereinbarte Lohnerhöhung von 5,5 Prozent verzichtet.
Weitere Einschnitte geplant
Die Pläne sind Teil eines Konzernumbaus von Vorstandschef Oliver Blume, intern „Group Target Picture" genannt. Laut Süddeutscher Zeitung sehen die Unterlagen neben dem Lohnstopp auch eine Reduzierung variabler Vergütungen, höhere Produktivität, mehr zeitliche Flexibilität sowie weiteren Stellenabbau vor. Als Begründung werde die „kritische Situation der VW-Gruppe“ angeführt. Vier Werke stünden auf der Kippe: Emden, Hannover, Zwickau und das Audi-Werk in Neckarsulm.
Volkswagen steht unter Druck durch US-Zölle, die Schwäche der Töchter Audi und Porsche sowie Probleme im China-Geschäft, berichtet die Zeitung. Ende September hatte der Konzern zudem fast alle Tarifverträge gekündigt.
Gewerkschaft fordert fünf Prozent mehr
Die IG Metall verlangt in der beginnenden Tarifrunde bei VW eine Gehaltserhöhung von fünf Prozent. Betriebsratschefin Daniela Cavallo sagte der Süddeutschen Zeitung vor wenigen Wochen: „Wenn die unfaire Konkurrenz aus China und den USA nicht gestoppt wird und der Vorstand seine Hausaufgaben nicht macht, helfen alle Personaleinsparungen nichts.“ Streiks sind laut dem Bericht in der Metallbranche von November an möglich, bei VW von Januar an. Der niedersächsische Verhandlungsführer Thorsten Gröger habe diese bereits angekündigt.
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