Rot-Rot-Grün

Die Kampagne hinter Schwesig ist clever: So soll die Frau gegen Blau Kanzlerin werden

PR-Agenturen wollen Schwesig zur Macht verhelfen. Das Netzwerk hat bereits absolute Mehrheiten der AfD verhindert und mit „Rehaugen“ den Grünen einen Sieg beschert.

8 Min
Manuela Schwesig (SPD): Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern kann SPD-Chefin und Bundeskanzlerin werden.

Manuela Schwesig (SPD): Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern kann SPD-Chefin und Bundeskanzlerin werden.

© Kay Nietfeld/dpa

„Ragebait“ ist das Jugendwort des Jahres. Ragebait, der Wut-Köder, ist die Bezeichnung für künstlich erzeugte Aufreger in den sozialen Medien. Zum Beispiel postet ein Politiker eine angebliche Verfehlung des Konkurrenten, damit sich die eigene Bubble empört und wütend zeigen kann. Oder man provoziert als Abgeordneter im Bundestag durch wiederholtes Dazwischenrufen einen Rausschmiss, denn man dann reichweitenstark bei Instagram oder TikTok als Video präsentiert – sozusagen als märtyrerhaften Beleg für die eigene Meinungsstärke und Standhaftigkeit.

So polarisiert man öffentlich und schwört die eigene Gemeinde auf sich und den Gegner ein. Ragebait als bewusst eingesetztes Mittel der PR folgt dem Gesetz der Aufmerksamkeitsökonomie. In einer reizüberfluteten digitalen Welt ist Aufmerksamkeit ein knappes Gut. Ragebait bricht mit dem traditionellen PR-Grundsatz, nach dem Kommunikation primär Vertrauen oder ein positives Image aufbauen soll. Stattdessen zählt Sichtbarkeit um jeden Preis. Mit einem negativen Reiz wie Wut und Empörung soll der „Wut-Köder“ die maximale Auslastung dieses Prinzips garantieren.

Mit Ragebait und totaler Polarisierung wollen einige PR-Agenturen nun Manuela Schwesig zur Kanzlerschaft verhelfen. Die Chancen stehen gut: Das Prinzip ist bereits politisch erfolgreich erprobt. Zudem liegt die CDU ohnehin im Sterben.

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