Eigentlich hätte der Investorengipfel im bayerischen Schloss Neuschwanstein und nicht im ehemaligen DDR-Staatsratsgebäude in Berlin stattfinden sollen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron lädt den internationalen Geldadel schließlich auch jedes Jahr standesgemäß nach Versailles ein. Doch Kanzler Friedrich Merz (CDU) entschied sich letztlich für Berlin. Angeblich sei es logistisch praktischer so gewesen, hieß es. Und: In Neuschwanstein hätte womöglich auch Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder Audienzen abgehalten.
Söder hatte Merz schon vergangene Woche beim Deutschlandtag der Jungen Union in Bonn die Schau gestohlen. Er hatte dort sensationelle 2:12 Minuten Applaus bekommen, stoppte die Bild-Zeitung, NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst immerhin 1:27 Minuten – und Merz nur schlappe 53 Sekunden. Die Junge Union will Reformen, die JU will eine professionell arbeitende Regierung, die JU will Söder, so das Applaus-Fazit. Und Söder?
Öffentlich steht Söder zu und hinter Merz. Intern dürfte es jedoch etwas anders aussehen: Nicht nur, dass Söders Machtgier hinlänglich bekannt ist, sondern nun kommt auch noch Druck aus dem eigenen Bayernland hinzu: Die neueste Umfrage muss Söder nachdenklich stimmen.
Regierungskrise
Jetzt bröselt sogar die CSU: Beschwört Markus Söder bald den Geist von Kreuth?
CSU-Chef Söder steht für einen Kanzlertausch bereit. Er bringt vieles mit, was Merz fehlt, um Koalition und Union zu retten. Stellt er beim CSU-Parteitag die Weichen?
8 Min
Link kopiert
Die Artikel-URL wurde erfolgreich in Ihrer Zwischenablage gespeichert.
Wie lange steht Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder noch hinter Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU)?
© Sebastian Gollnow/dpa
Werden Sie Teil des Ostablishments.
Sie haben bereits ein O+ Abo?
*