Zentralasien

Ohne Russland: Sechs Länder wollen Handelswege nach Europa ausbauen

Die Außenminister von zentralasiatischen Staaten und Georgien beraten in der Schwarzmeerstadt Batumi über den Ausbau der Transportrouten zwischen China und Europa.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
2 Min
Der georgische Schwarzmeerhafen Batumi soll beim Ausbau der Handelsverbindungen zwischen Zentralasien und Europa eine wichtige Rolle spielen.

Der georgische Schwarzmeerhafen Batumi soll beim Ausbau der Handelsverbindungen zwischen Zentralasien und Europa eine wichtige Rolle spielen.

© Filippo Carlot/imago

In Batumi hat an diesem Freitag das erste gemeinsame Außenministertreffen Georgiens mit Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan begonnen. Gastgeberin ist die georgische Außenministerin Maka Botschorischwili. Georgiens Ministerpräsident Irakli Kobachidse nannte den Ausbau der Beziehungen zu den zentralasiatischen Staaten eine Priorität seiner Regierung.

Nach Angaben des kirgisischen Außenministeriums soll das Format die politische Zusammenarbeit stärken und den Austausch in Handel, Verkehr, Logistik und Energie ausbauen. Der kirgisische Außenminister Dscheenbek Kulubajew verwies auf die gemeinsame Geschichte und Kultur als Grundlage für eine engere Zusammenarbeit.

Mittlerer Korridor im Fokus

Ein zentrales Thema der Beratungen ist der Mittlere Korridor, eine Transportroute, die China über Zentralasien, das Kaspische Meer und den Südkaukasus mit Europa verbindet und dabei russisches Gebiet umgeht. Georgien und Usbekistan betonten laut dem Außenministerium in Tiflis die Bedeutung der georgischen Schwarzmeerhäfen Poti und Batumi für den regionalen Handel und den Zugang usbekischer Unternehmen zu europäischen Märkten.

Das bilaterale Handelsvolumen beider Länder lag 2025 bei 270 Millionen US-Dollar, wie die aserbaidschanische Nachrichtenagentur Trend.az meldete. Beide Seiten wollen Handel und Investitionen weiter ausbauen, Transport- und Logistikverbindungen stärken und die Zusammenarbeit in Energie, Industrie, Pharma und Digitaltechnik vertiefen.

Grundlage ist eine Erklärung über eine strategische Partnerschaft, die Usbekistans Präsident Schawkat Mirsijojew bei seinem Staatsbesuch in Georgien Anfang Juli unterzeichnet hatte – dem ersten Besuch eines usbekischen Präsidenten in Georgien seit 23 Jahren.

Auch Turkmenistans Außenminister Raschid Meredow betonte in Batumi die Bedeutung bestehender Transportkorridore und zusätzlicher Transitmöglichkeiten.

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