Protest

Klimaaktivisten wollen die Eröffnung des Flughafens BER blockieren

Wenn der neue Hauptstadt-Airport in Schönefeld ans Netz geht, könnte es turbulent werden. Auch eine Großdemo ist geplant. Forderung: „BER umwidmen“.

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Der Willy-Brandt-Platz am Flughafen BER. Er wird am 31. Oktober Schauplatz einer großen Demonstration sein.

Der Willy-Brandt-Platz am Flughafen BER. Er wird am 31. Oktober Schauplatz einer großen Demonstration sein.

© Imago Images/Jürgen Ritter

Mitglieder von „Am Boden bleiben“ haben bereits auf sich aufmerksam gemacht: Im vergangenen November demonstrierten sie, als Pinguine verkleidet, im Flughafen Tegel gegen den klimaschädlichen Flugverkehr. Nun ist im Internet ein kurzer Film zu sehen, der einen Pinguin in einem Liegestuhl vor dem BER zeigt. Der neue Schönefelder Flughafen sei ein „Museum des fossilen Kapitalismus“, ist zu lesen. Für „Am Boden bleiben“ bedeutet die Buchstabenfolge BER blockieren, einstellen, recyceln. „Wir werden entschlossen die Eröffnung blockieren“, so die Ankündigung.

Die lange Bauzeit und die Investitionskosten, die offiziell mit sechs Milliarden Euro beziffert werden, seien peinlich, sagte Leňa Tučňák. „Aber der eigentliche Skandal ist, dass trotz Klimakrise ein neuer Flughafen eröffnet wird.“ Wenn der menschengemachte globale Temperaturanstieg tatsächlich auf 1,5 Grad Celsius begrenzt werden soll, müsse der Flugverkehr abnehmen. Nötig wäre es auch, Inlandsflüge einzustellen, die Subventionierung der Luftfahrt zu beenden und Alternativen wie den Bahnverkehr zu stärken. „In fossile Infrastruktur darf kein Geld mehr investiert werden“, so die Sprecherin. „Mit zivilem Ungehorsam werden wir diesen Wahnsinn blockieren.“ Sie schloss nicht aus, dass es auch am 30. Oktober und am 1. November Aktionen am BER geben wird.

„BER nicht eröffnen, sondern umwidmen“: Das ist eine der Forderungen bei der angemeldeten Demonstration „#Abgehoben?!“, die zum Willy-Brandt-Platz am BER führen soll. Treffpunkt ist um 10 Uhr der Bahnhof Flughafen Schönefeld. Zwölf Organisationen unterstützen den Demo-Aufruf – unter anderem Fridays for Future, Extinction Rebellion, die BUND-Jugend und die Grüne Jugend.

Trotz Klimakrise gehe „ein fossiles Megaprojekt ans Netz gehen, während der Ausbau klimaverträglicher Bahn- und Fahrradinfrastruktur konsequent ignoriert und blockiert wird. Diese Entwicklung müssen wir stoppen!“, so die Organisatoren. „Anstatt nach Corona die Luftfahrt wieder anzukurbeln, braucht es eine Kehrtwende.“ So viel steht fest: Am Eröffnungstag wird es am BER bunt zugehen.

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