Wir erinnern uns: Als direkte Konsequenz aus den Finanzmarktturbulenzen ziehen mit den Minustemperaturen im Winter 2008 (weit vor 2020 also und der Pandemie) die Themen Therapie und Sinnstiftung in international besetzte Politikrunden ein. Die Systemfrage wird nicht mehr länger nur in den Feuilletons der Presse behandelt, auch in den Wirtschaftsspalten wird Platz gemacht für Grundsatzkritik. In der Bevölkerung keimt der Gedanke, ob vielleicht grundsätzlich etwas faul sein könnte im System. Ob es wirklich reicht, nur die Banken besser zu kontrollieren, Konjunkturprogramme zur Stützung aufzulegen und vielleicht den Hartz-IV-Regelsatz zu erhöhen. Bedarf es nicht eines größeren Lösungsansatzes, eines grundlegenderen Wandels, um dem vermeintlich entfesselten Kapitalismus beizukommen?
Kapitalismuskritik
Der falsch verstandene Name Karl Marx
2020 war auch das Jahr der Systemkritik. Was würde Karl Marx dazu sagen? Nicht viel. Über Utopien hat er kaum geschrieben, vom Sozialismus hätte er abgeraten.
Katharina Brienne
8 Min
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Das Karl-Marx-Denkmal in Chemnitz.
© Photocase/Timmzie
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