Kommentar

Ein Leben ohne Silvester-Ballerei ist möglich – und nötig!

Die Corona-Pandemie hat bei den Berliner Feuerwerks-Freunden zum Jahreswechsel ein erstaunliches Maß an Vernunft erkennen lassen.

2 Min
Metropole ohne Müll: der Berliner Alexanderplatz am Neujahrsmorgen.

Metropole ohne Müll: der Berliner Alexanderplatz am Neujahrsmorgen.

© dpa/Gateau

In der Silvesternacht haben sie im Vergleich zu den Vorjahren deutlich weniger geböllert, geballert, gezündelt. Sie haben deutlich weniger Müll produziert, weniger Feinstaub, weniger Verstümmelungen. Sie sind ihren Mitmenschen deutlich weniger zur Last gefallen, ob diese nun in der Nachbarschaft wohnen, bei der Stadtreinigung schuften oder im Krankenhaus Sonderschichten schieben. Sie haben der Tierwelt in dieser Stadt etwas Gutes getan, auch das ganz nebenbei.

Es geht doch! Wenn es gehen muss, wobei es durchaus anders gegangen wäre. Rasch hat nach dem Feuerwerksverbot ein Schwarzmarkt eröffnet. Es kursierten Telefonnummern für die Bestellung und Kurierfahrer für die Verteilung der heißen Ware. Es fuhren Shuttlebusse zu den einschlägigen Märkten nach Polen, die allerdings nur schwach frequentiert wurden. Ebenso die illegalen Lager für Feuerwerk in Berlin, deren Existenz Zufallsfunde belegten.

Es gibt ein Leben ohne Silvesterfeuerwerk, zumindest ohne Guerillaballerei, Extremknallerei, Heckenschützengeschieße. Ein entspanntes Leben zum Jahreswechsel ist möglich, günstiger für die Allgemeinheit in vielerlei Hinsicht. Diese Erkenntnis setzt sich hoffentlich durch und hält durch bis zum nächsten Mal.

Fürs neue Jahr darf man sich ja etwas wünschen, also: Ein Silvester 2021 mit kontrolliertem Feuerwerk, vielleicht an ausgesuchten Orten in der Stadt. Möglichst ohne Müll, Feinstaub, Verstümmelungen. Und ganz ohne Corona.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen
Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner