Prozesse in der Pandemie

Justiz in Corona-Zeiten: Das lange Warten auf Gerechtigkeit

An Berliner Gerichten werden Prozesse verschoben und Verfahren eingestellt. Das hat Folgen: In Strafsachen und im Hartz-IV-Bereich türmen sich die Aktenberge.

Katrin Bischoff Kerstin Hense
8 Min
Die Maskenpflicht im Kriminalgericht Moabit gilt auch für den Rapper Bushido und seinen Anwalt. Bushido ist derzeit Nebenkläger im Prozess gegen seinen einstigen Freund Arafat Abou-Chaker und drei seiner Brüder. Das Verfahren läuft seit August.

Die Maskenpflicht im Kriminalgericht Moabit gilt auch für den Rapper Bushido und seinen Anwalt. Bushido ist derzeit Nebenkläger im Prozess gegen seinen einstigen Freund Arafat Abou-Chaker und drei seiner Brüder. Das Verfahren läuft seit August.

© Olaf Wagner

Der Strafprozess gegen Klara J. ist nicht das einzige Verfahren, das in Zeiten der Pandemie verschoben wurde. Gerade bei den Strafgerichten – dem Landgericht und dem Amtsgericht Tiergarten – wurden und werden immer wieder sogenannte Nicht-Haftsachen wegen Corona aufgehoben, neue Termine Monate später oder noch gar nicht angesetzt. Und das in einer Zeit, in der die Gerichte so und so schon über einen Wust an Verfahren klagen, der – wenn überhaupt – nur schleppend abgearbeitet werden kann.

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