Der Autobauer BMW hat im dritten Quartal nach Steuern 1,45 Milliarden Euro verdient. Das sind knapp 15 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie der Konzern mitteilt. Der Umsatz ging um 5,8 Prozent auf 30,5 Milliarden Euro zurück, der Absatz sank um 6,3 Prozent.
Am Dienstagabend, dem Vorabend der Quartalszahlen, hatte BMW eine Gewinnwarnung veröffentlicht. Es war bereits die zweite in diesem Jahr und die dritte binnen 13 Monaten. Im Automobilgeschäft rechnet der Konzern nun mit einem um Milliarden Euro niedrigeren Ergebnis als zuvor erwartet.
Der Hauptgrund heißt China
Der schwache Verlauf des dritten Quartals geht vor allem auf das Geschäft in China zurück. Dort verliert BMW rund ein Viertel seines Absatzes. Wie die anderen deutschen Hersteller leidet der Konzern darunter, dass der weltweit wichtigste Automarkt schrumpft und zugleich von harter Konkurrenz und scharfen Preiskämpfen geprägt ist.
Einen Teil der Verluste fangen die Münchner mit Zuwächsen in Europa und den USA auf. Zum Vergleich: Konkurrent Mercedes kam im dritten Quartal auf 1,52 Milliarden Euro Gewinn und lag damit knapp vor BMW, während Audi und VW deutlich schlechter abschnitten.
Sparprogramm nach drei Wochen geschlossen
Paradox klingt die Begründung der Gewinnwarnung: Ausgerechnet der Erfolg des Sparprogramms belastet die Profitabilität, weil hohe Abfindungen sofort zu Buche schlagen. Das im Sommer angekündigte Programm startete Anfang Oktober und war nach nicht einmal drei Wochen bereits wieder geschlossen – das Interesse der Beschäftigten an einem oft sechsstelligen Ausstiegsbonus war überraschend groß.
Konzernchef Milan Nedeljkovic zufolge haben sich „genau die richtigen Personengruppen beteiligt“. Das erlaube BMW, „den Umbau dementsprechend schnell zu machen“, und ihn sogar über das ursprünglich Geplante hinaus zu erweitern.
„Gehen so weit die Füße tragen“
Aus Konzernkreisen war im Sommer von rund 8.000 Jobs weltweit die Rede, mit Schwerpunkt in Deutschland und besonders in München. Bestätigt hat das Management diese Zahl nie. Nedeljkovic sagte lediglich, man gestalte den Umbau auf Sicht: „Wir gehen so weit, wie uns die Füße tragen.“
Zusätzliche Kosten entstehen, weil BMW ältere Modelle früher auslaufen lässt als geplant – wegen des guten Anlaufs der neuen Klasse. Finanzchef Walter Mertl nennt die Belastungen eine Investition in die Zukunft: „Geschwindigkeit ist bei unserer geplanten Neuausrichtung ein Erfolgsfaktor.“ Je schneller der Abbau laufe, desto früher bringe er Einsparungen.
Gesenkter Ausblick – aber Branchenstimmung steigt
Auch die Absatzerwartung hat BMW gesenkt und rechnet jetzt mit einem moderaten Rückgang von 5 bis 9,9 Prozent statt zuvor 1 bis 4,9 Prozent. Die Prognose für den Gewinn vor Steuern blieb unverändert; hier geht der Konzern seit der ersten Gewinnwarnung im Frühsommer von einem deutlichen Minus von mehr als 15 Prozent aus.
Trotz der schlechten Nachrichten hellt sich die Branchenstimmung auf: Der Index des Münchner Ifo-Instituts sprang im Oktober von minus 33,2 auf minus 4,1 Punkte, den besten Wert seit Mitte 2024. Ifo-Expertin Anita Wölfl warnt aber: „Von Entwarnung in der Automobilindustrie kann jedoch keine Rede sein.“ (mit dpa)
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