Dieses Geld sei erforderlich, um die Sozialbeiträge wie zugesagt insgesamt unter 40 Prozent zu halten, hieß es. In den Folgejahren wachse der jährliche Zuschussbedarf dann schrittweise bis auf mindestens 45 Milliarden Euro.
Es wird nicht bei 140 Milliarden Euro neuen Schulden bleiben
2022: Verschuldung in Höhe von 81,5 Milliarden Euro geplant
Auch ohne diese Summen sehen die Eckpunkte für den Haushalt 2022 bereits eine Neuverschuldung von 81,5 Milliarden Euro vor, vor allem wegen Mehrkosten und Einnahmeausfällen aufgrund der Corona-Krise. In den Folgejahren soll die Schuldenbremse zwar wieder eingehalten werden, möglich wird dies aber den Plänen von Scholz zufolge nur durch Entnahmen aus Rücklagen und durch das Einrechnen einer noch zu füllenden Haushaltslücke von fünf Milliarden Euro für 2024 und rund 15 Milliarden Euro für 2025. Die Zusatzkosten für die Sozialkassen kämen dann noch dazu.
Der größte Bedarf für Steuerzuschüsse besteht dem Redaktionsnetzwerk zufolge in der gesetzlichen Krankenversicherung, wo es für 2022 einen Fehlbetrag von rund 18 Milliarden Euro gebe, der dann bis 2025 auf mehr als 27 Milliarden Euro anwachse. Die gesetzliche Rentenversicherung benötigt demnach ab 2023 einen Steuerzuschuss von mindestens zehn Milliarden Euro pro Jahr, um den Beitragssatz stabil zu halten.
Helge Braun hat recht: Ohne neue Schulden geht es nicht
Öffentliche Haushalte: Corona führt zu Finanzierungsdefizit
Konrad-Adenauer-Stiftung mahnt zu sparsamer Haushaltsführung
Dazu kämen noch Zuschüsse für die Pflegeversicherung. Auch Mittel für die eigentlich dringliche Reform der Pflegekassen, etwa zur Begrenzung des Eigenanteils für Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen, sind in der Finanzplanung offensichtlich nicht berücksichtigt.
Unterdessen mahnte die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung in einer Analyse eine Rückkehr zu einer sparsamen Haushaltsführung an. „Um die Glaubwürdigkeit einer soliden Finanzpolitik zu bewahren, sollte die Schuldenbremse nach der Wirtschaftskrise umgehend wiedereingesetzt werden“, heißt es in dem Papier, über das die Augsburger Allgemeine am Mittwoch berichtete.
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