Pflanzen- und Vogelvielfalt

Biodiversität hat positiven Effekt auf mentale Gesundheit

Naturschutz fördert die Gesundheit. Das ergab eine Studie aus Deutschland. In Regionen mit einer höheren Artenvielfalt geht es den Menschen besser.

Dorothea Nitzsche don
2 Min
Zwei Blaumeisen im Frühling.

Zwei Blaumeisen im Frühling.

© Foto: Imago/Blickwinkel

Die Forschenden analysierten den Zusammenhang zwischen Biodiversität und menschlicher Gesundheit in Deutschland. Dabei griffen sie auf Daten von fast 15.000 Haushalten und 30.000 Personen zurück, die durch das Sozio-ökonomische Panel (SOEP) gesammelt wurden. Als Indikatoren für die Biodiversität nutzten sie Daten zur Artenvielfalt von Pflanzen und Vögeln sowie die Populationsdichte von Vögeln.

Die Ergebnisse: „Wenn eine Person in einem Landkreis mit vielen verschiedenen Pflanzen und Vögeln lebt, dann geht es dieser Person im Durchschnitt mental besser als Menschen in Kreisen mit niedrigerer Artenvielfalt“, sagt Erstautor Joel Methorst, der die Studie im Rahmen seiner Promotion bei iDiv, SBiK-F und der Goethe-Universität Frankfurt leitete und nun an der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg forscht.

Entgegen der Erwartung der Wissenschaftler scheint die Populationsdichte von Vögeln jedoch nicht relevant für die mentale Gesundheit zu sein. „Das könnte daran liegen, dass manche Arten mit hoher Populationszahl wie Tauben, Möwen oder Krähen nicht immer so beliebt in der Bevölkerung sind“, erklärt Joel Methorst.

Naturschutz als Maßnahme zur Gesundheitsförderung

Ob die Artenvielfalt auch die physische Gesundheit beeinflusst, konnten die Wissenschaftler nicht nachweisen. Sie gehen aber davon aus, dass es einen indirekten Zusammenhang gibt: Wer gerne in der Natur aktiv ist, um Tiere und Pflanzen zu erleben, kann allein durch das Sichbewegen seinen Gesundheitszustand verbessern. So wirkt sich auch die Nähe zu öffentlichen Parks und Grünflächen laut den Studienergebnissen positiv auf die Gesundheit aus.

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Und einen weiteren Effekt vermuten die Wissenschaftler: Eine Umgebung mit einer höheren Zahl an Pflanzen- und Vogelarten tut den Menschen auch deshalb gut, da eine größere Artenvielfalt oft mit besseren Umweltbedingungen korreliert. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass man Naturschutz durchaus auch als Maßnahme zur Gesundheitsförderung verstehen kann“, sagt Katrin Rehdanz von der Universität Kiel. „Vor allem Stadtplanung und Grünflächenämter sollten in Biodiversität investieren, um so die Gesundheit der städtischen Bevölkerung zu fördern.“

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