Im September 1993 endete das zweistufige städtebauliche Wettbewerbsverfahren zur umfangreichen Neugestaltung des Alexanderplatzes. Ziel war es, die untergenutzten Flächen in der näheren Umgebung mit Gebäuden unterschiedlicher Funktionen zu verdichten. Das Land Berlin lobte aus, eine Vielzahl renommierter Büros nahmen an dem Wettbewerb teil. Es gab drei preisgekrönte Entwürfe und zwei Ankäufe. Der Siegerentwurf entstammt dem Architekturbüro von Hans Kollhoff und Helga Timmermann. Im Kern sah er zehn 150 Meter hohe Wohn- und Bürotürme vor, die sich aus massiven mehrgeschossigen Sockelbauten erheben. Der Platz hingegen wurde kleiner proportioniert. Für die einen wurde Berlin hier mit einer zehnzackigen Stadtkrone weltstädtisch verdichtet. Für mich aber wurde hier radikal, kompromisslos und egoistisch die Ostmoderne missachtet.
Unser Alex
Ostmoderne: Vom Alexanderplatz zum Allesandersplatz
Die Nachwende-Neugestaltung des Alexanderplatzes missachtete die Ostmoderne radikal. Denn sie verzichtete – völlig unnötig – auf jeden kulturellen Respekt.
Martin Maleschka
10 Min
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Inzwischen zur Unkenntlichkeit überformt: Postkarte um 1980 mit Centrum Warenhaus (li.) und Interhotel Stadt Berlin, heute Park Inn.
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