Schon länger war Kraviz nicht in ihrem Berliner Apartment – seit September ist sie zurück in Moskau. Über Facetime schaue ich in ein Zimmer, das mit seinen Buchenmöbeln an die freundliche Selbstverständlichkeit einer Ferienwohnung an der Ostsee erinnert. Das Moskauer Apartment der Künstlerin befindet sich im Zentrum der Stadt, ganz in der Nähe des Roten Platzes. Auf dem laufen gerade die Vorbereitungen für die Parade am 9. Mai, mit der in Russland alljährlich des Kriegsendes gedacht wird. Ab und an wummert es rhythmisch, das Orchester spielt sich schon mal ein. Eine hübsche Analogie zum pulsierenden Sound der Musikerin, der sich sonst ähnlich vehement aus Club-Lautsprechern auf der ganzen Welt ergießt. Eiskalt und wunderschön klingt das dann, wie ein klarer Gebirgsbach in ihrer sibirischen Heimat.
Interview
Nina Kraviz: Techno, Bach-Kantaten und Champagner
Nina Kraviz gehört zum neuen Osten, zu dem auch Balenciaga-Designer Demna Gvasalia oder Rapper Tommy Cash zählen. Radikal stürmen sie den weichgespülten Westen.
11 Min
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Musikerin und DJ Nina Kraviz über den Dächern von Moskau. Hinter ihr zu sehen ist ein Gebäude der „Sieben Schwestern.“
© Nanna Heitmann
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