Dabei wird Buterins Krypto-Projekt Ethereum in Fachkreisen bereits eine ganze Weile als vielversprechender als der Bitcoin gehandelt, dessen Kursrallye seit Dezember vergangenen Jahres für Aufsehen gesorgt hatte. Von Ethereum versprechen sich Analysten mehr als steigende Kurse. Der Erfolg des Projekts hänge nicht davon ab, ob Ether vom bestehenden Finanzsystem als Währung akzeptiert würde. Aus Ethereum, meinen sie, könne ein eigenes digitales Finanz-Ökosystem entstehen. Bereits heute ist der Nukleus des Projekts – die Ethereum-Blockchain – die meistgenutzte Basis für viele sogenannte Decentralized-Finance-Anwendungen.
Als Blockchain wird eine auf abertausenden Computern verteilte Datenbank bezeichnet. Zahlungsverkehre werden schon heute von Banken über viele verschiedene Datenbanken organisiert. Das Potenzial der Blockchain ist demgegenüber eine einheitliche Datenbank, die wie eine öffentliche Infrastruktur genutzt werden kann – dabei aber in ihr gespeicherte Informationen über viele verschiedene Computer sichert und gleichzeitig transparent macht.
Der Bitcoin ist genauso eine Blase, wie Gold eine ist
Vitalik Buterin bezeichnete die Blockchain gegenüber der Financial Times vor Jahren einmal als „interessanten und neuen Organismus“. Ein Understatement. Buterin, der als 6-Jähriger mit seinen Eltern aus Russland nach Kanada ausgewandert ist, könnte mit seinem Projekt den Grundstein einer echten Finanz-Evolution gelegt haben. Und wenn er inzwischen auch pragmatischer als in früher ideell bewegten Statements darauf schaut, ein Karriereplan war Ethereum für ihn wohl nie. In einem Interview bezog er sich einst auf eine China-Reise und 5-jährige Kinder, die er dort in heruntergekommenen Läden ihrer Eltern helfen sah. Das habe ihn erinnert, für wen Ethereum eigentlich gedacht ist.
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