Zugvögel haben die tropische Hyalomma-Zecke vermutlich aus Afrika, Asien und Südeuropa eingeschleppt. Damit wächst auch hierzulande die Gefahr vor Krankheiten. „Sie überträgt zwar keine FSME, aber in ihrem eigentlichen Verbreitungsgebiet überträgt Hyalomma verschiedene andere Krankheitserreger, die das so genannte Krim-Kongo Hämorrhagische Fieber, das Arabisch Hämorrhagische Fieber und eine Form des Zecken-Fleckfiebers hervorrufen können“, sagt die Stuttgarter Zecken-Forscherin Ute Mackenstedt. Bisher seien jedoch in Deutschland nur Erreger des Zecken-Fleckfiebers nachgewiesen worden.
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Auffällig an der Hyalomna-Zecke ist laut Mackenstedt ihr Jagdverhalten. „Anders als unsere heimischen Zecken wie der gemeine Holzbock klettert sie nicht an Gräsern oder Sträuchern hoch und lässt sich von Wildtieren oder Wanderern abstreifen. Hyalomma jagt ihre Beute aktiv, erkennt Warmblüter auf Distanzen von bis zu 10 Metern und kann sie über mehrere 100 Meter verfolgen.“, beschreibt die Forscherin.
Als Grund für die Ausbreitung von neuen Zeckenarten in Deutschland wird die steigende Erderwärmung gesehen. Die milderen Temperaturen im Winter sorgen dafür, dass die Zecken immer früher aktiv werden und sich ihre Saison verlängert. Das führte im vergangenen Jahr auch zu einem Anstieg der Fälle von Meningo-Enzephalitis (FSME).
Noch nie steckten sich in Deutschland so viele Menschen nach Zeckenbissen mit FSME an wie im vergangenen Jahr. Das Robert-Koch-Institut meldete 704 Fälle. Die von Zecken übertragene Infektionskrankheit, die tödlich enden kann, wanderte jüngst Richtung Norden, was dazu führte, dass fünf neue Risikogebiete am Nordrand von Bayern/Baden-Württemberg ausgerufen wurden.
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