Meine Schritte hallten ein wenig zu laut auf dem feuchten Asphalt. Kein Motorengeräusch, kein Auto weit und breit. Wie auch, dieser Abschnitt zwischen Leipziger Straße und Unter den Linden war vor ein paar Monaten, Ende August, zu einer Kombination aus Fußgängerzone und Fahrradstraße erklärt worden. Ein Modellprojekt, das shoppende Flaneure anlocken und den gefühlt zwei Cafés eine Straßenbestuhlung erlauben sollte. Das hatte nicht funktioniert, schon vor der Pandemie nicht und während ihr noch weniger.
Kolumne „Brutal Berlin“
Warum die Friedrichstraße als Innenstadtmeile das Fürchten lehrt
Das Experiment Friedrichstraße ist gescheitert. Wenn man durchs Zentrum läuft, glaubt man in einer Geisterstadt zu sein. Was ist passiert? Ein Stimmungsbericht.
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Dystopische Szenen dominieren die Friedrichstraße seit Monaten. Wie tief kann der Möchtegern-Boulevard eigentlich noch sinken?
© Stephane F. Scholz
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