Doch dann setzt er natürlich ein, der Applaus. Ein schöner, zugewandter, dankbarer, erleichterter Applaus, ein Applaus, der auch die Wiederentdeckungsfreude über die so lange unterbliebene Tätigkeit des Applaudierens transportiert. Als dann gar eine langstielige rote Rose mittig vor die Rampe fliegt, gibt es erneut eine kleine Irritation, ein zartes Zögern. Was tun mit der schönen Blume? Von der Bühne steigen? Aufheben? Wieder hochkraxeln? Und wem der fünf sich Verbeugenden mag sie wohl zugeeignet sein? Aber die Frage hatte sich noch nicht ganz ausformuliert, da war Sophie Rois schon von der Seite heran-, in den Graben hinab- und wieder auf die Bühne hinaufgeschwebt, mit dem Stängel zwischen den Zähnen und einem rotblättrig geschmückten Lächeln der Souveränität im Gesicht. Das ist die Schönheit der Unmittelbarkeit. Darum geht es an diesem Abend. Unter anderem.
Theater
„Goodyear“ von René Pollesch: Das Deutsche Theater lässt Publikum ins Haus
Fünf Schauspieler rufen Grundfragen des Theaters und des Lebens ins Gedächtnis und machen den Wiedereinstieg nach über einem halben Jahr Corona-Lockdown leicht.
5 Min
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Was machen wir hier? Und wie kommen wir hier raus? Christine Groß, Astrid Meyerfeldt, Katrin Wichmann, Sophie Rois und Jeremy Mockridge (v.l.)
© Arno Declair
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