Das beginnt am Kopf, auf dem der Prada-Fischerhut sitzt. Dieser wurde vorn mit einem sportlichen Kinnriemen und hinten mit einem Spoiler versehen, auf dem das bekannte kleine dreieckige Zipper-Täschchen sitzt. Das will man sofort haben!
Dann der Prada-Einteiler, der schon im Winter als Strickbodysuit gezeigt wurde. Jetzt kommt er in der leichten Sommerversion als verlängertes Herrenhemd mit gekrempelten Shorts und ist noch schöner als sein Vorgänger. Und tragbarer, weil er lässiger geschnitten ist und den Körper vorteilhaft umspielt. Ein Plus sind die klassisch langen Ärmel in einer Zeit, in der das kastige Kurzarmhemd sein Comeback feiert. Bravo!
Frisch drauflos kombiniert, denn zu einem Prada-Einteiler passt einfach alles.
© Prada
Die Idee, ein typisches Frauenteil für die Männer zu schneidern, ist allein deswegen genial, weil diese dafür anatomisch besser geeignet sind. Denn was allein hält die Frau vom Tragen superbequemer und figurstreckender Einteiler ab? Richtig: die Auszieh-Arie, die droht, wenn die Natur ruft. Männer hingegen knöpfen vorne auf und tun, was sie tun müssen. Das ist ungerecht, aber nicht zu ändern.
Mit dem Blazer verfeinern die Designer das Ganze weiter in Richtung Prada-Eleganz – zwischen den Schulterblättern sitzt das aufgenähte Logo, zum leeren Dreieck abstrahiert. Vielleicht ist ja die Schrift bald gar nicht mehr nötig, damit man bei einem Dreieck an Prada denkt? Möglicherweise ist das die Idee, die der klassischen Propaganda folgt – das Logo in seiner reduzierten Form reicht aus, um eine ganze Markenwelt heraufzubeschwören.
Schlussendlich unten angekommen wird der Look mit schwarzen Kniestrümpfen und Schuhen aus feinem Kalbsleder vollendet. Auch sehr gut, denn jetzt rockt der Onesie umso mehr.
Das Prada-Outfit für den Schritt in die Freiheit sieht so aus: Anglerhut, Badehose, gestreiftes Tanktop, Strümpfe und Lederschuhe.
© Prada
Präsentiert wurde die Kollektion online, wieder in Zusammenarbeit mit AMO von Rem Koolhaas. Der rote Tunnel, der für die Aufnahmen in der Fondazione Prada errichtet wurde, führt im Film an einen Strand in Sardinien, wo er ein weiteres Mal aufgebaut wurde. Die Models durchschreiten die Röhre, um dann am Meer in die neue Freiheit zu treten. Begleitet werden diese Bilder von den Beats von Plasticman aka Richie Hawtin.
Der Prada-Club: Miuccia Prada und Raf Simons zeigen erste Männerkollektion
Extravaganz ist gut, Kontrolle ist besser
Die dunkle Aura des Sounds legt sich über die Aufnahmen vom gleißend hellen Strand – und das macht diesen Ausblick auf die neue Freiheit zu einer Utopie, die nicht ganz unbeschwert ist: „Ganz im Sinne des Utopischen, des Ideals, der Hoffnung und des Optimismus“, sagt Miuccia Prada dazu. Denn nur vorsichtig kommt das zurück, was wir durch Corona verloren haben. Auf dass wir nicht auf halbem Wege umkehren müssen.
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