Kindergeburtstage sind heutzutage hochernste Angelegenheiten. Oft verbunden mit Ausflügen in große Hallen voller Spielburgen, in Experimentierwelten oder in Freizeitparks. Es sind organisatorische Großkampftage, und wehe, irgendetwas geht schief.
Die offene Autotür – eine Einladung an alle Diebe
Doch dieses Mal war die Überlegung bei uns ganz einfach: Wir sagten uns, trotz aller Lockerungen gibt es noch zu viele Einschränkungen, die meisten kindertauglichen Orte hatten noch geschlossen oder die Kinder müssten vor dem Toben einen Test machen und beim Toben eine Maske tragen.
Außerdem dachten wir: Sie haben so lange Monate so selten miteinander gespielt, da wollen wir sie mal nicht mit zu vielen Eindrücken erschlagen. Also machen wir einfach fast gar nichts, außer mit den Sieben- und Achtjährigen Eis essen zu gehen und dann auf den Spielplatz.
Der sächsische Komiker und gesamtdeutsche Philosoph Olaf Schubert.
© imago/Future Image
Wir hielten uns dabei streng an die Weisheiten des berühmten sächsischen Komikers und großen gesamtdeutschen Philosophen Olaf Schubert. Der ist nicht nur bekannt für sein klares Bekenntnis zu seinem meist verlachten Heimatdialekt, sondern auch wegen seiner karierten Pullunder. Der selbsternannte Betroffenheitslyriker erklärte in einem Interview über Kindererziehung einmal sinngemäß, dass er zu seinen Kindern immer sagt, wenn er nach Hause kommt: „Macht doch einfach mal, was ihr wollt.“
25 Euro für die eigene Schusseligkeit
Kinder sind die kreativen Meister ihres Lebens, jedenfalls bis zu dem Zeitpunkt, an dem sie ein Handy bekommen, dann verhalten sie sich wie Erwachsene. Aber in der Zeit davor brauchen Kinder nur einen Sandkasten, ein paar leere Kartons oder andere Kinder. Nur die Eltern machen gern große Pläne. Planung ist die Angst der Erwachsenen vor Langeweile. Aber fünf Kinder können sich gar nicht langweilen, weil sie entweder spielen oder sich streiten oder sich versöhnen. Oder alles gleichzeitig.
Der Kindergeburtstag war dann wirklich toll. Wir saßen am Rande des Spielplatzes und schwatzten mit anderen Eltern. Nur ab und zu mussten wir Limonade an die Kinder verteilen. Die wollten gar nicht mehr aufhören zu spielen und konnten nur mit dem Versprechen weggelockt werden, dass die Pommes gleich fertig sind.
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