Kommentar

Zum Ende der Homeoffice-Pflicht: Odyssee einer Wiederaneignung

Das Ende der Homeoffice-Pflicht sollten wir nutzen – und uns dafür einsetzen, selbst zu bestimmen, zu welchen Bedingungen wir arbeiten wollen.

Katharina Brienne
2 Min
Morgenstimmung auf der Seiser Alm: Warum nicht hier aus dem Homeoffice arbeiten?

Morgenstimmung auf der Seiser Alm: Warum nicht hier aus dem Homeoffice arbeiten?

© imago

An der Schwelle zu dem, wovon noch niemand weiß, was es sein wird, ließe sich Foucault zum Thema Zukunft der Arbeit wunderbar berücksichtigen. War doch ein zentrales Motiv vieler Poststrukturalisten, wie Herrschaftsordnungen durch subversive und interventionistische Praktiken verändert oder zumindest für kreative Neupositionierungen genutzt werden können. Wenn wir hier nun über das Ende der in der Pandemie beschlossenen Homeoffice-Pflicht zum Ende des Monats nachdenken wollen – ja, dann mag das weit gegriffen sein. Aber im Grunde geht es hier doch um etwas. Nämlich um uns selbst und darum, wie und wo wir arbeiten wollen, ohne für alle anderen klassifizieren zu müssen, wie sie es tun. Die Pandemie lässt sich dahingehend als Katapult verstehen, wo wir doch währenddessen sehr deutlich erlebt haben, was alles möglich wäre.

Wenn die Arbeitgeber und der Wirtschaftsrat der CDU nun keifen, niemand dürfe Unternehmen vorschreiben, welche Arbeitsbedingungen sie ihren Mitarbeitern ermöglichen würden, dann gilt es, dem entschieden entgegenzutreten. Es soll ja jeder ins Büro zurückkehren können, aber warum sollen das denn alle müssen? Im Sinne einer weit entwickelten Gesellschaft wäre doch nur naheliegend, endlich zu berücksichtigen, unter welchen Bedingungen wir individuell am besten arbeiten.

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