Buchkritik

„High Energy“ von Jens Balzer: Zwischen Aufbruch und Angst

Der Pop-Experte Jens Balzer hat ein Musikbuch über die Achtziger Jahre geschrieben. Es geht um Schulterpolster, Pornokinos und Aufbruchsstimmung. Eine Kritik.

Marlen Hobrack
3 Min
Das Buch „High Energy: Die Achtziger - das pulsierende Jahrzehnt“ von Jens Balzer ist bei Rowohlt erschienen.

Das Buch „High Energy: Die Achtziger - das pulsierende Jahrzehnt“ von Jens Balzer ist bei Rowohlt erschienen.

Balzer zeigt die Achtziger als Jahrzehnt, das von defensiven politischen Bewegungen und Jugendkulturen geprägt ist. „Angst ist das Leitmotiv für die sozialen Bewegungen und für die Popkultur am Beginn der Achtziger Jahre.“ Allenthalben wird die Apokalypse befürchtet, Waldsterben, Atomkrieg und Ozonloch sind in aller Munde. Zugleich beschwört wohl kein Jahrzehnt so vehement die Wende, in der geistig-moralischen Form wie auch in Fragen des Wirtschaftens und der Ökologie. Balzer, der zuvor schon den Siebzigerjahren und dem Pop Bücher gewidmet hat, macht augenfällig, wie sensibel popkulturelle Strömungen und Jugendkulturen auf das politische Klima reagieren. Das liest sich erhellend und unterhaltsam zugleich. Manchmal auch erschreckend, etwa wenn Balzer zeigt, dass das N-Wort in Filmen weder bei Machern noch Zuschauern Irritationen erzeugte.

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