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Plagiatsvorwürfe gegen Annalena Baerbock: Hat sie in ihrem Buch abgeschrieben?

Der Plagiatsgutachter Stefan Weber sagt, ein Sachbuch sei keine Dissertation. Dennoch gebe es „schwerwiegende Textplagiate“, die ethisch nicht korrekt seien.

Philippe Debionne
3 Min
Annalena Baerbock, Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen

Annalena Baerbock, Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen

© dpa/Bernd von Jutrczenka

Im Fall von Baerbock nennt der Autor mehrere Beispiele. So sei in ihrem Buch auf Seite 129 zum Thema Klimawandel zu lesen: „Je fragiler ein Staat ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass er besonders stark unter den Folgeerscheinungen der Erderwärmung leiden wird – also unter inneren Konflikten, humanitären Katastrophen und Migration. Das daraus entstehende Chaos könnte wiederum zu neuen Herausforderungen für das US-Militär führen, sei es durch humanitäre Hilfseinsätze oder Interventionen im Ausland.“

Magazine, Bundeszentrale für politische Bildung und Wikipedia

In dem Magazin Internationale Politik schrieb der US-amerikanische Politikwissenschaftler Michael T. Klare 2019: „Je gespaltener und korrupter ein Staat ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass er besonders stark unter den Folgeerscheinungen der Erderwärmung leiden wird – also unter inneren Konflikten, humanitären Katastrophen und Massenmigration. Das daraus entstehende Chaos könnte wiederum zu neuen Herausforderungen für das US-Militär führen, sei es durch humanitäre Hilfseinsätze oder militärische Interventionen im Ausland.“ 

An anderer Stelle schreibt Baerbock beim Thema Osterweiterung: „Insgesamt zehn Staaten traten an diesem Tag der Europäischen Union bei: die baltischen Staaten und ehemaligen Sowjetrepubliken Estland, Lettland und Litauen, außerdem Polen, Tschechien, die Slowakei, Ungarn, die frühere jugoslawische Teilrepublik Slowenien sowie die beiden Mittelmeerstaaten Malta und Zypern. Die EU wuchs von 15 auf 25 Mitglieder – und begrüßte damit rund 75 Millionen neue Unionsbürger*innen.“

Plagiatsjäger kündigt „weitere Analyse“ von Baerbocks Buch an

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In einem Rückblick der Bundeszentrale für politische Bildung aus dem Jahr 2019 heißt es: „Insgesamt zehn Staaten traten an diesem Tag der Europäischen Union bei: die baltischen Staaten und ehemaligen Sowjetrepubliken Estland, Lettland und Litauen, außerdem Polen, Tschechien, die Slowakei, Ungarn, die frühere jugoslawische Teilrepublik Slowenien sowie die beiden Mittelmeerstaaten Malta und Zypern. Die EU wuchs von 15 auf 25 Mitglieder – und begrüßte damit rund 75 Millionen neue Unionsbürgerinnen und -bürger.“

Stefan Weber nennt weitere Beispiele etwas aus dem Magazin Spiegel, auch Wikipedia spielt eine Rolle. Eine weitere Analyse des Buches werde folgen, kündigt Weber an. 

Grüne: „Das ist der Versuch von Rufmord“

Ein Grünen-Sprecher sagte laut dpa zu den Vorwürfen: „Das ist der Versuch von Rufmord.“ Baerbock habe den auf Medienrecht spezialisierten Rechtsanwalt Christian Schertz eingeschaltet. Weber versuche, „bösartig“ Baerbocks Ruf zu schädigen, sagte der Grünen-Sprecher. „Bei den beschriebenen Passagen handelt es sich um allgemein zugängliche Fakten oder bekannte Grüne Positionen.“

Anwalt Schertz erklärte in einer von der Grünen-Pressestelle verschickten Stellungnahme: „Ich kann nicht im Ansatz eine Urheberrechtsverletzung erkennen, da es sich bei den wenigen in Bezug genommenen Passagen um nichts anderes handelt, als um die Wiedergabe allgemein bekannter Fakten sowie politischer Ansichten.“

Auch der Ullstein-Verlag, bei dem das Buch erschienen war, verwahrte sich gegen die Vorwürfe. „Das Manuskript von Annalena Baerbocks Buch ist im Verlag sorgfältig lektoriert worden“, so der Verlag. „Wir können keine Urheberrechtsverletzung erkennen.“

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