Skandal? Echt? Zunächst mal: abregen. Ist nichts passiert. Eichenprozessionsspinnerpickel sind schlimmer. Doch die FKK-sozialisierte Ostlerin schüttelt sich, wenn die exzessive Sexualisierung einer weiblichen Körperrundung sittliche Konvulsionen erzeugt.
Bezirksbürgermeister Oliver Igel zu Streit um Brüste in Berlin: Locker bleiben!
Polizeieinsatz in Berlin: „Entweder Sie tragen einen BH oder Sie müssen gehen“
Ganz ohne ist die Geschichte aber nicht, denn sie birgt Kulturkampfpotential: Wieder einmal werden verletzte Gefühle vorgeschoben, um anderen Menschen eine Freiheit zu nehmen. Wieder einmal tun Sittenwächter so, als sei die weibliche Brust ein widerlich Ding, ein unbedingt zu bedeckender Makel. Mann hingegen darf seinen Oberkörper selbst mit stärkster Rundung und trotz stärkster ästhetischer Irritationen vorzeigen.
Das Publikum ist Nacktes im öffentlichen Raum gewöhnt; sobald es warm wird, zieht Frau kaum noch was an – Bauch frei, Schulter, Rücken, Beine frei. Mit Mühe werden die Nippel-Quadratmillimeter bedeckt. Empfehlung: Weggucken.
Dieser Text ist in der Wochenendausgabe der Berliner Zeitung erschienen – jeden Sonnabend am Kiosk oder hier im Abo.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]