Dabei kann mir niemand sagen, dass Ostdeutschsein heute keine Rolle mehr spielt. Mein Name verrät mich, und das jeden Tag aufs Neue. Leicht beschämte Fragen, ob ich denn aus dem Osten komme, lassen „ostdeutsch“ als einen genetischen Defekt erscheinen. Oder wie eine Sache, derer man sich schämen müsste. Ich bin eher verblüfft als genervt. „Ostdeutsch“ als Synonym für „rückständig“, „immer nörgelnd“, „Vorsicht, rechts“? Wissenschaftliche Studien dazu gibt es ja genug. Aber natürlich kann man mit solchen Zuschreibungen auch spielen: Wenn ich im Berliner Dialekt antworte, bin ich hip. Wenn der Doktortitel vor meinem Namen steht, nimmt man an, ich sei klug.
Neue Kolumnistin
Vorurteile gegen Ostdeutsche: Ich heiße Mandy und wohne nicht in Marzahn
Ist Ostdeutschsein ein genetischer Defekt? Oder ein Vorteil? Die Berliner Medienforscherin Mandy Tröger lebt in München, wo die Klischees aufeinanderknallen.
Mandy Tröger
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Mandy Tröger, Kolumnistin der Berliner Zeitung.
© Berliner Zeitung/Mike Fröhling
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