170 Ideen für Filme und Serien sind bis Ende Juli bei der Initiative „Ostdeutsche Perspektiven in Film und Serie: Idea to Pitch“ eingegangen. Sechs davon haben es in die nächste Runde geschafft. Netflix und die Produktionsallianz PROG schicken die ausgewählten Kreativteams ab Oktober in ein viermonatiges Stoffentwicklungsprogramm. Ziel: Aus den Ideen sollen pitchreife Projekte werden – und die sollen am 10. Februar 2027 zum Auftakt der Berlinale der Film- und Fernsehbranche präsentiert werden.
Die ausgewählten Stoffe zeigen eine breite Genre-Palette
Das Workshop-Programm fußt auf einer Goldmedia-Umfrage, die zeigt, dass die Filmbranche in Deutschland auch 35 Jahre nach der Wiedervereinigung von der historischen Ost-West-Trennung geprägt ist. „Menschen in und aus Ostdeutschland erleben strukturelle Hindernisse deutlich häufiger und intensiver als Menschen in und aus Westdeutschland“, heißt es dazu im Ergebnispapier.
Ausgewählt wurden die Projekte von einer fünfköpfigen, von Netflix und PROG unabhängigen Jury. Das Verfahren lief zunächst anonymisiert in zwei Stufen. In der Jury saßen unter anderem die Autorin und Journalistin Jackie Thomae, der Musiker Betterov alias Manuel Bittorf, die Produzentin und Akquisitionsexpertin Milada Kolberg, der Regisseur und Autor Robert Thalheim sowie die Producerin Theresa Bacza.
Die sechs ausgewählten Stoffe zeigen dabei eine ziemlich breite Genre-Palette. Paula Thielecke und Christoph Eder gehen mit der Actionkomödie „Babsie“ ins Rennen, Claudia Steffen und Tony Vahl mit dem Drama „Die unsichtbare Insel“. Aus dem Filmkollektiv Federmäppchen kommen Janis Westphal und Lavinia Florence Moroff mit dem Drama „Ich komme morgen wieder“.
Dazu gesellen sich drei Serien: der Thriller „Parsteinsee“ von Kordula Marisa Hildebrandt und Marco Nischka, die Dramedy „Popping Boba“ von Claudia Tuyết Scheffel und Laurian-Luis Schymura sowie die Kinder-Abenteuerserie „Versteckspiel“ von Philipp Zakrzewski und Jannik Büddig.
„Zu selten erzählt“: Wie Netflix mehr ostdeutsche Perspektiven auf die Leinwand bringen will
Für die Teams beginnt nun die eigentliche Arbeit. Unter Anleitung internationaler Berater sollen sie ihre Stoffe weiterentwickeln, dramaturgisch schärfen und schließlich für den großen Pitch vorbereiten. Ob aus den sechs Ideen tatsächlich Filme oder Serien werden, ist damit allerdings noch nicht entschieden.
Die Initiative „Ostdeutsche Perspektiven in Film und Serie“ gibt es seit 2025. Netflix und PROG wollten zunächst untersuchen, welche ostdeutschen Geschichten und Perspektiven in der Film- und Fernsehbranche bislang zu wenig vorkommen. Nach einer Kurzstudie und einem mehrtägigen Branchenworkshop in Zeitz geht es nun vom Reden über Repräsentation ins konkrete Entwickeln von Stoffen.
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