Mit Blick auf Annalena Baerbocks Wahlkampf ist Mitleid eine Regung, die man als neutraler Beobachter in dieser Woche leicht hätte verspüren können. Niemand will bestreiten, dass die Spitzenkandidatin der Grünen grobe Fehler gemacht hat. Niemand will eine Ausrede dafür suchen, dass sie in Fettnäpfchen getreten ist. Und doch scheint die Art und Weise, wie Baerbocks Patzer aktuell in der Arena medialer Aufmerksamkeitsökonomie ausgeschlachtet werden, zutiefst reißerisch, ja hämisch – zumindest, wenn man sich gewahr wird, dass die Stolperer der Gegenkandidaten eine Reaktionskette aus Herunterspielen und Schweigen nach sich ziehen.
Essay
Der Deutsche fürchtet sich davor, was passiert, wenn die Grünen regieren
Baerbock wird medial attackiert. Verbirgt sich dahinter eine Kampagne? Eher nicht. Vor allem sucht man Gründe, eine Politik des „Weiter so!“ zu legitimieren.
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Die grüne Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock.
© Paulus Ponizak
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