UN-Bericht

Wegen Corona: Zahl der Unterernährten weltweit deutlich gestiegen

Zwischen 720 und 811 Millionen Menschen – knapp ein Zehntel der Weltbevölkerung sind den Schätzungen zufolge unterernährt.

Team News Eva Maria Braungart dpa/eb
2 Min
Knapp ein Zehntel der Weltbevölkerung war im vergangenen Jahr unterernährt (Symbolbild). 

Knapp ein Zehntel der Weltbevölkerung war im vergangenen Jahr unterernährt (Symbolbild). 

© Imago/phototek

Es handelte sich um einen Anstieg um etwa 1,5 Prozentpunkte binnen eines Jahres. Dieser fiel im Vergleich zu den Vorjahreswerten, die zwischen 0,1 und 0,2 Prozentpunkten lagen, deutlich höher aus. Die Zunahme führten die Experten zum Großteil auf die Folgen der Corona-Krise zurück, deren Auswirkungen weiter untersucht werden müssten, wie sie hervorhoben.

Die Zunahme von mittlerer oder ernster Nahrungsmittelunsicherheit sei so hoch gewesen, wie in den fünf Jahren davor zusammen. „Fast jeder dritte Mensch auf der Welt hatte 2020 keinen Zugang zu angemessener Ernährung – ein Anstieg von fast 320 Millionen Menschen in nur einem Jahr“, heißt es in dem Bericht.

Madagaskar von Hungersnot bedroht

Den Angaben nach löste die Pandemie in vielen Teilen der Welt „brutale Rezessionen“ aus und erschwerte den Zugang zu Nahrungsmitteln. Den schärfsten Anstieg bei der Zahl hungriger Menschen gab es demnach in Afrika. Das Ziel der Staatengemeinschaft, den Hunger bis zum Jahr 2030 zu stoppen, kann den aktuellen Prognosen zufolge nur unter „enormen Anstrengungen“ erreicht werden. Dazu müssten insbesondere drastische Maßnahmen getroffen werden, durch die Ungleichheiten beim Zugang zu Nahrungsmitteln beseitigt werden. Die gesamten Auswirkungen der Pandemie können dem Bericht zufolge zwar noch nicht abgeschätzt werden. Doch waren demnach im vergangenen Jahr rund 118 Millionen Menschen mehr von Hunger betroffen als 2019.

Am schlimmsten vom Hunger betroffen waren demnach Länder, in denen es infolge von Klimaphänomenen zu Katastrophen kam oder in denen es bewaffnete Konflikte gab – oder beides. So in Madagaskar: Experten des Welternährungsprogramms warnen vor einer Hungersnot. Süden der Insel mehr als eine Million Menschen von der schlimmsten Dürre seit 40 Jahren betroffen. Zahlreiche Kinder seien chronisch unterernährt und müssten ärztlich behandelt werden. Als Grund für die dramatische Lage wurden mehrere Dürrejahre in Folge und Sandstürme, die viele Felder unbestellbar gemacht hätten genannt.

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„Die Covid-19-Pandemie ist nur die Spitze des Eisbergs“, schreiben die Autoren. Noch alarmierender sei, dass sie Schwachstellen aufgedeckt habe, die sich in den vergangenen Jahren im Nahrungsmittelsystem gebildet hätten. Diese seien Folgen von Konflikten, Klimaveränderungen und Wetterextremen sowie wirtschaftlichen Einbrüchen.

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