In seiner Entgegnung auf Friedländer erklärt Moses, warum er seinen „Katechismus“ geschrieben hat: „Nicht-jüdische deutsche Eliten versuchen, die – fraglos bewundernswerte – deutsche Erinnerungskultur, die sich circa seit den 1980er-Jahren entwickelt hat, für ihre Zwecke zu instrumentalisieren.“ Dabei erinnert die Rede von den „Eliten“ fatal an jene Verschwörungstheorien, die Moses doch selbst kritisieren will – wenngleich er am Ende seines Beitrages in der Berliner Zeitung am Wochenende präzisiert: „dass eine Gruppe von Akteuren in Feuilletons und Politik zu bestimmen versucht, wie legitime Erinnerung an den Holocaust auszusehen hat, wer sie verkörpern darf – und wer nicht. Die Verteidiger des Katechismus postulieren jetzt einen ‚neuen Historikerstreit‘, um sich als Beschützer:innen der Öffentlichkeit vor den Barbaren von rechts wie von links aufzuspielen. Aber wir haben keinen neuen Historikerstreit. Wir haben einen neuen Illiberalismus.“
Moses-Debatte
Micha Brumliks Entgegnung auf Dirk Moses: Eine triviale Grundthese
Mit seiner These vom Holocaust als Katechismus der Deutschen hat der australische Historiker Dirk Moses eine heftige Debatte ausgelöst. Eine Antwort.
Micha Brumlik
7 Min
Link kopiert
Die Artikel-URL wurde erfolgreich in Ihrer Zwischenablage gespeichert.
Das Holocaust-Mahnmal in Berlin.
© imago/Shotshop
Werden Sie Teil des Ostablishments.
Sie haben bereits ein O+ Abo?
*