Wegen Eroberungszug der Taliban

Deutschland stoppt Abschiebungen nach Afghanistan

Innenminister Seehofer hat laut einem Sprecher entschieden, dass derzeit keine Afghaninnen und Afghanen abgeschoben werden sollen.

Carola Tunk Team News dpa/ctu
1 Min
Deutschland will vorerst keine Menschen mehr nach Afghanistan abschieben (Symbolbild).

Deutschland will vorerst keine Menschen mehr nach Afghanistan abschieben (Symbolbild).

© dpa/Julian Stratenschulte

Die Sicherheitslage in Afghanistan hat sich seit der Entscheidung über den Abzug der internationalen Truppen aus Afghanistan Mitte April dramatisch verschlechtert. Die militant-islamistischen Taliban haben inzwischen wieder neun Provinzhauptstädte unter ihre Kontrolle gebracht.

Seit 2016 sind vor allem Straftäter nach Afghanistan abgeschoben worden

Die in Kabul vertretenen EU-Botschafter hatten sich erst am Dienstag für einen Abschiebestopp ausgesprochen. Auch 26 Organisationen, darunter Amnesty International, Pro Asyl, Caritas und die Diakonie plädierten in einer gemeinsamen Erklärung dafür.

Das Auswärtige Amt erstellt derzeit einen neuen Asyllagebericht für Afghanistan, der normalerweise die Hauptgrundlage für die Entscheidung über Abschiebungen ist. Dieser Bericht liegt aber noch nicht vor. Seit 2016 sind mehr als 1000 Migranten nach Afghanistan zurückgebracht worden, überwiegend Straftäter.

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