Digitaler Euro

Neue Kontonummer neben der IBAN: Bekommen wird sie längst nicht jeder

Digitaler Euro: Die neue Kontonummer DEAN hat 18 Zeichen und beginnt mit EU. Wer sie bekommt, wie sie aufgebaut ist und wann sie kommen soll.

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Bezahlen per Smartphone an der Kasse: Für Zahlungen mit dem digitalen Euro soll es künftig eine eigene Kontonummer geben, die DEAN. (Symbolbild)

Bezahlen per Smartphone an der Kasse: Für Zahlungen mit dem digitalen Euro soll es künftig eine eigene Kontonummer geben, die DEAN. (Symbolbild)

© Imago/Robert Kneschke

Neben der IBAN soll es eine zweite Kontonummer geben: die DEAN. Sie hat 18 Zeichen, beginnt immer mit „EU“ und nennt weder das Land noch die Bank des Inhabers. Zugeteilt bekommt sie trotz vieler Schlagzeilen niemand automatisch.

Wer heute Geld überweist, braucht eine IBAN. Für Zahlungen mit digitalen Euro soll künftig eine DEAN dazukommen.

Die vier Buchstaben stehen für „Digital Euro Account Number“. Sie kennzeichnet das Konto mit dem Guthaben in digitalen Euro – jenem Zentralbankgeld, an dem die Europäische Zentralbank seit Jahren arbeitet.

Eine Einschränkung geht dabei gerade unter: Die Nummer entsteht erst, wenn jemand bei seiner Bank ein Konto für den digitalen Euro eröffnet. Diese Nutzung soll freiwillig sein. Girokonto, IBAN und Bargeld bleiben davon unberührt.

So ist die DEAN aufgebaut

Wie die Nummer aussehen soll, steht im Regelwerksentwurf der EZB in der Version 0.91 vom Juli 2026.

Vorn stehen die Buchstaben E und U, danach zwei Prüfziffern nach dem Standard ISO/IEC 7064, die Tippfehler abfangen sollen. Dann folgt eine einzelne Kennziffer: Die 0 steht für ein Privatkonto, die 1 für ein Geschäftskonto. Den Schluss bildet eine 13-stellige Seriennummer.

Zusammengesetzt sähe das etwa so aus: EU9301234567890123. Die Zeichen fünf bis 18 tragen sogar einen eigenen Namen, sie heißen „Basic European Account Number“, kurz BEAN.

Was die DEAN über Ihre Bank verschweigt

An einer deutschen IBAN lässt sich einiges ablesen: das Land am Kürzel DE, das Institut an der Bankleitzahl. Bei der DEAN fehlt beides. Erkennbar ist nur, ob das Konto privat oder geschäftlich geführt wird.

Vergeben wird die Nummer zentral von der Digital Euro Service Platform des Eurosystems, nachdem die Bank den Kunden identifiziert hat.

Welches Institut dahintersteht, wird separat gespeichert und bei jeder Zahlung abgefragt. Wechselt ein Kunde den Anbieter, bleibt die DEAN erhalten.

Rui Duarte Silva von Critical Software, der Banken bei der Anbindung berät, warnt im IT Finanzmagazin davor, die DEAN wie eine IBAN zu behandeln. Technisch ähnele das eher einer Adressauflösung.

Statt 18 Zeichen: die Handynummer als Alias

Auswendig lernen muss die Ziffernfolge niemand. Der Entwurf sieht vor, dass Nutzer stattdessen einen Alias hinterlegen können.

Erlaubt ist dafür ausschließlich eine Telefonnummer, und zwar genau eine pro DEAN. Die Angabe ist freiwillig, Geschäftskunden steht sie nicht offen.

Wer kein Smartphone besitzt, soll nicht außen vor bleiben. Für diesen Fall ist zusätzlich eine physische Zahlungskarte vorgesehen.

Zentral arbeitet das System mit pseudonymisierten Kennungen. Die EZB und die nationalen Notenbanken sollen daraus nicht ablesen können, wem ein Konto gehört.

Nur eine DEAN pro Person – Firmen dürfen mehrere haben

Privatkunden bekommen nach dem Entwurf genau ein Konto für den digitalen Euro und dürfen ein einziges Gerät für Offline-Zahlungen registrieren. Unternehmen können bei beliebig vielen Zahlungsdienstleistern Konten führen und mehrere DEANs halten.

Auch der Anbieterwechsel ist durchgeplant, samt gebührenfreier Korrekturfrist von 90 Tagen.

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EZB-Pilot 2027: Fünf deutsche Institute testen mit

Zu sehen bekommt das alles vorerst kaum jemand. Die EZB hat im Juli 36 Zahlungsdienstleister für ihren Pilotversuch ausgewählt, fünf davon aus Deutschland, darunter die Deutsche Bank, die DZ Bank und die Helaba.

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