Nicht unbedingt lustig für die FDP
Das ist nobel formuliert, wirkt mit Blick auf die publizistische Praxis aber wie das Abstandsgebot in geschlossenen Räumen bei erhöhter Virenlast. Jörg Thadeusz war über viele Jahre Mitarbeiter der Berliner Zeitung. In seiner Kolumne „Lieber Herr Thadeusz“ hat er Fragen der Redaktion zum aktuellen gesellschaftlichen Geschehen beantwortet – pointiert, satirisch und manchmal auch bierernst. Seine Texte lebten von einem gepflegten Überschuss an Selbstironie, der kaum etwas – und schon gar keine festgefügte politische Position – heilig war. Er hat in seiner Kolumne gelegentlich auch über sein Verhältnis zur FDP geschrieben. Das war oft lustig, aber nicht unbedingt für die angesprochene Partei.
Thadeusz hat nun Pause. Die Partei, bei der er sein Kreuz macht, wird das verkraften. Ärger sieht es für die politische Kultur in den öffentlich-rechtlichen Medien aus, die durch ihr Beharren auf Proporz und Korrektheit eine Chance zur gewitzten Kontroverse verspielt.
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