Debatte

Antwort an Habermas: Warum auch Afrikaner und Muslime Gerechtigkeit verdienen

Jürgen Habermas’ Intervention schlug einen neuen Ton an. Doch er wiederholt alte Annahmen, die der Einwanderungsgesellschaft nicht gerecht werden. Eine Antwort.

Dirk Moses
9 Min
Der Genozid-Forscher Dirk Moses.

Der Genozid-Forscher Dirk Moses.

© Dirk Moses

Der Philosoph Jürgen Habermas meldete sich in der September-Ausgabe des Philosophie Magazins zum jüngsten Kapitel der Debatte, die in der deutschen Medienöffentlichkeit fälschlicherweise als „Zweiter Historikerstreit“ firmierte. Und dies keinen Moment zu früh. Denn die von ihm gepriesene Öffentlichkeit als Ort kollektiver Vernunft funktioniert leider nur auf dem Papier. Im Sommer wurden wir Zeugen einer sprichwörtlichen Negation der Vernunft. Verleumdung anstatt kommunikativer Rationalität kennzeichnete die „Diskussion“. Diese Art des Diskutierens ist nicht neu. Im Jahr 2019 charakterisierte Micha Brumlik die Debatte um das Jüdische Museum als „Hexenjagd“ und „McCarthyismus“. In ihrer heutigen Form scheint die deutsche Öffentlichkeit ein geborgener Ort für opportunistische Politiker und Twitter-Nutzer geworden zu sein, um ungeliebte Gegenstimmen als „geschichtspolitische Entgleisungen“ zu brandmarken.

Werden Sie Teil des Ostablishments.

Sie haben bereits ein O+ Abo?

*