Abgeordnetenhaus-Wahl in Berlin

Freie Wähler bei 0,8 Prozent: Marcel Luthe beklagt „massive Unregelmäßigkeiten“

Für die gemischte Truppe sahen die Umfragen gut aus. Umso unerklärlicher ist für sie das schlechte Wahlergebnis.

2 Min
Carsten Stahl und Spitzenkandidat Marcel Luthe wollten ins Abgeordnetenhaus.

Carsten Stahl und Spitzenkandidat Marcel Luthe wollten ins Abgeordnetenhaus.

© Freie Wähler

Dabei sah die liberal-konservative Partei, die sich für eine „unideologische und rationale Politik“ einsetzen wollte, im Aufwind. Unter den „Sonstigen“, die in Berlin laut mancher Umfrage bei 13 Prozent lagen, waren die Freien Wähler die stärksten. Die Freien Wähler waren eine bunte Mischung von Kandidaten– vom ehemaligen Polizeidirektor Michael Knape über den Opernsänger Ilja Martin bis hin zum Anti-Mobbing-Trainer Carsten Stahl.

Im vergangenen Jahr war Luthe ohne Angabe von Gründen aus der FDP-Fraktion des Abgeordnetenhauses ausgeschlossen worden. In den vergangenen Monaten formte er den Landesverband der Freien Wähler in seinem Sinne zurecht. Die Plakate mit seinem Konterfei waren omnipräsent im Berliner Stadtbild. Luthe ließ sich regelmäßig vom Meinungsforschungsunternehmen INSA eine Umfrage zu seiner persönlichen Popularität liefern. Demnach kennt den Politiker ungefähr jeder zweite Bürger. Von diesen bewerten 12,4 Prozent seine Arbeit mit „sehr gut“. Da erscheinen ihm 0,8 Prozent dann doch arg wenig.

Marcel Luthe fordert Aufklärung der Unregelmäßigkeiten

Jetzt liegen die Freien Wähler hinter der Tierschutzpartei (2,2 Prozent), der Partei „Die Basis“ (1,3 Prozent) oder auch dem „Team Todenhöfer“ (1,0 Prozent). Angesichts der vielen schon am Sonntag bekannt gewordenen Unregelmäßigkeiten gibt sich Marcel Luthe kämpferisch: „Die massiven Unregelmäßigkeiten im Vorfeld - etwa Wahlscheine an Tote - und auch am Wahltag werden nun aufgeklärt werden müssen, zumal die Abweichungen zu den Umfragen offenbar signifikant sind“, sagt er. „Offenbar konnten auch viele Ältere, chronisch Kranke und Schwerbehinderte nicht stundenlang vor den Wahllokalen ausharren und daher nicht wählen.“

Anderen Parteien, die unter den „Sonstigen“ firmierten, erging es allerdings auch nicht besser. Die Piratenpartei brachte es auf 0,4 Prozent, die Partei für Gesundheitsforschung auf 0,3, die Deutsche Kommunistische Partei auf 0,1. Zu den ganz traurigen Verlierern gehören Parteien mit Namen wie  „Sozialistische Gleichheitspartei, Vierte Internationale“. Sie errang laut Landeswahlleiterin 493 Stimmen und nur 0,0 Prozent. Nur 174 Personen wählten die Partei „Menschliche Welt – für das Wohl und Glücklichsein aller“, die Partei „Deutsche Konservative“ wurde sogar nur von 14 Stimmberechtigten gewählt.

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