Afghanistan

Taliban: Getötete werden nur noch mit Richterentscheid öffentlich aufgehängt

Seit ihrer Machtübernahme hatten die Taliban vielerorts Leichen öffentlich zur Schau gestellt. Künftig braucht es dafür eine richterliche Genehmigung.

Sophie Barkey Team News dpa/sba
2 Min
Taliban-Kämpfer patrouillieren in Afghanistan.

Taliban-Kämpfer patrouillieren in Afghanistan.

© AFP/Hoshang Hashimi

Seit ihrer Machtübernahme Mitte August hatten die Taliban in einigen Provinzen die Leichen von Menschen, die der Entführung oder des Mordes beschuldigt wurden, öffentlich aufgehängt. Dieses Vorgehen wurde sowohl im Inland als auch im Ausland stark kritisiert. Es bestätigte bei vielen zudem den Eindruck, dass sich die Taliban seit ihrer ersten Herrschaft (1996–2001) nicht verändert hätten. Damals waren öffentliche Hinrichtungen mutmaßlicher Verbrecher, das Aufhängen von Leichen oder Zerstückeln ihrer Körper gängige Praxis

Neue Taliban-Anordnungen stiften Verwirrung

In einer Reihe neuer Anordnungen wiesen die Taliban ihre Sicherheitsbehörden außerdem an, der Sicherheit „wichtiger Experten“ und „berühmter Fachleute“ im Lande große Aufmerksamkeit zu schenken. Unklar war zunächst, was genau damit gemeint ist.

Nach der Machtübernahme der Taliban im August haben viele Akademiker und hochgebildete Menschen das Land verlassen, weil sie nicht unter der Taliban-Herrschaft leben wollten. Dieser Prozess ist noch nicht abgeschlossen. Viele gebildete Afghanen, insbesondere diejenigen, die in den Städten leben, suchen nach einem Weg aus dem Land.

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