Die vom britischen Wissenschaftsmagazin „Journal of the Royal Society Interface“ publizierte Untersuchung konzentrierte sich auf den Weißen Hai. Diese vom Menschen besonders gefürchtete Hai-Art kann Geruchs- und Schallwellen über große Distanzen wahrnehmen, ihr Sehvermögen ist hingegen schwach.
Mehr tödliche Haiangriffe: Grund zur Panik oder einfach nur Pech?
Sehvermögen des Weißen Hais sechs Mal schlechter als das des Menschen
Der Studie zufolge kann der Weiße Hai Farben und Formen nur schwach unterscheiden. Sein Sehvermögen ist demnach sechs Mal schlechter als das des Menschen. Dies bedeutet, dass der Weiße Hai zwischen Menschen und Flossenfüßern kaum unterscheiden kann.
Die Paddel- und Ruderbewegungen von Surfern und Schwimmern lassen ihn der Untersuchung zufolge schließen, dass es sich bei ihnen etwa um Robben handelt, die ähnliche Bewegungen mit ihren Flossen machen. Dabei ist nach Erkenntnissen der Forscher das Risiko von Surfern besonders hoch, vom Weißen Hai mit tierischer Beute verwechselt zu werden.
Der Hai schaut von unten – dann sehen Mensch und Robbe gleich aus
Für die Studie wurden Videoaufnahmen von Meeressäugern mit schwimmenden und surfenden Menschen aus der Perspektive des Hais verglichen – nämlich von unten. Dem Weißen Hai sei aus seinem Blickwinkel eine „eindeutige visuelle Unterscheidung zwischen Menschen und Flossenfüßern“ nicht möglich, schreiben die Autoren.
Zahl der Haie und Rochen in Meeren extrem gesunken
Es handle sich um die erste Studie, welche die Fälle von verwechselter Identität „aus der Perspektive des Weißen Hais“ betrachte, sagte die Hauptautorin Laura Ryan, Biologin an der Macquarie-Universität im australischen Sydney, der Nachrichtenagentur AFP.
Im vergangenen Jahr waren allerdings weltweit nur weniger als 60 Angriffe von Haien auf Menschen gezählt worden. Der Studie zufolge schüren diese Attacken jedoch ein „unverhältnismäßiges“ Ausmaß von Ängsten, da bislang zu wenig über die Verhaltensweisen von Haien bekannt sei.
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