Angefangen hat alles mit einem Mikrofon, das im Naturkundemuseum aus dem Fenster gehalten wurde. „1951 wurden im damaligen Zoologischen Institut der Humboldt-Universität mehrere Waldkäuze in Freilandvolieren gehalten“, erzählt Dr. Karl-Heinz Frommolt, wissenschaftlicher Leiter des Tierstimmenarchivs. Der Berliner Verhaltensforscher Günter Tembrock (1918–2011) wollte den Gesang der Vögel dokumentieren und nutze am 30. Oktober 1951 dafür das eigens für das Institut gebaute Aufnahmegerät, ein riesiger, schwer beweglicher Kasten. „Das Gerät wog 40 Kilo und man hört auf dieser ersten Aufnahme auch deutlich das Motorengeräusch“, so Frommolt. Aber immerhin: Die älteste Audiodatei des Tierstimmenarchivs ist etwa zehn Minuten lang. Das Besondere: „Während der Aufnahme kam ein frei lebendes Tier aus dem Tiergarten herübergeflogen und unterhielt sich sozusagen mit den Volieren-Käuzen, das war wirklich beeindruckend. Eine wertvolle Aufnahme.“
Jubiläum im Naturkundemuseum
70 Jahre Tierstimmenarchiv: Der Sound des Naturkundemuseums feiert Geburtstag
Von Abendkernbeißer bis Zypernsteinschmetzer: Im Tierstimmenarchiv sind Zehntausende Geräusche digital abrufbar. Die Datenbank wurde vor 70 Jahren gegründet.
Nicole Schulze
5 Min
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Roar! Wie genau sich ein brüllender Tiger anhört, kann man per Mausklick im digitalen Tierstimmenarchiv recherchieren.
© imago
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