Das Niedrigwasser der Donau hat in Budapest ein längst versunkenes Stück Stadtgeschichte freigelegt. Wer derzeit über die Freiheitsbrücke geht und in den Fluss blickt, kann die Überreste der früheren Franz-Joseph-Brücke sehen, wie das ungarische Nachrichtenportal Telex berichtet.
Die sowjetischen Truppen räumten laut Telex gegen Ende des Zweiten Weltkriegs den Großteil der Trümmer weg. Einige Teile blieben jedoch auf dem Grund der Donau zurück. Es sei nicht das erste Mal, dass die Reste sichtbar werden. Auch 2018 lag der Donaupegel demnach sehr niedrig. Schon damals ragten Teile der alten Brücke aus dem Wasser.
Ein Kaiser schlug den letzten silbernen Nagel ein
Die Franz-Joseph-Brücke war zur Zeit ihres Baus die dritte Brücke Budapests. Das Bauwerk wurde dem Bericht zufolge 1896 fertiggestellt. Geschmückt war die Brücke laut Telex mit Turul-Vögeln – ein mythischer Vogel – und dem ungarischen Wappen. Benannt wurde sie nach Kaiser Franz Joseph, der sie einweihte und den letzten silbernen Nagel eigenhändig einschlug.
Nur 49 Jahre nach ihrer Errichtung wurde die Brücke im Januar 1945 gesprengt. Als verantwortlich gelten zurückweichende deutsche Truppen. Der ungarische Historiker Krisztián Ungváry erklärte nach Angaben von Telex, dass dies aus seiner Sicht nicht vollständig gesichert sei. Auch die sowjetische Militärführung habe ein Interesse an der Sprengung gehabt.
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Budapest schaltet Licht an Wahrzeichen ab
Eine anhaltende Hitzewelle und der niedrige Wasserstand der Donau haben Ungarn dazu gezwungen, sein einziges Atomkraftwerk weitgehend herunterzufahren, wie Reuters berichtet. Die Anlage nutzt Flusswasser zur Kühlung, doch die niedrigen Pegel erschweren den Betrieb.
Am Donnerstag erreichten die Temperaturen dem Bericht zufolge teilweise 40 bis 42 Grad Celsius, deutlich über dem Augustdurchschnitt. In Budapest wurden vor diesem Hintergrund die dekorative Beleuchtung des Parlaments, der Budaer Burg und der Kettenbrücke abgeschaltet, um Strom zu sparen.
„Ich bin sehr enttäuscht, weil ich vielleicht einmal im Leben nach Budapest komme“, sagte eine deutsche Touristin laut Reuters. Die Brücke und alle Lichter seien „stockdunkel“ gewesen. Viele Einheimische begrüßten die Entscheidung dagegen, hieß es. Auch Rumäniens Hauptstadt Bukarest reduzierte laut dem Bericht am Mittwochabend die Straßenbeleuchtung und schaltete die Beleuchtung an Museen und markanten Gebäuden ab.
Die heimlichen Gewinner: Eintagsfliegen
Von der Dunkelheit profitiert ausgerechnet eine geschützte Art. Budapests Eintagsfliegen, die im Sommer in riesigen Schwärmen auftreten, würden durch die abgeschalteten Lichter geschützt, sagte Gyorgy Kriska von der Eötvös-Loránd-Universität. Hunderttausende der Tiere steigen laut Reuters aus dem Wasser auf, um sich fortzupflanzen, bevor sie innerhalb weniger Stunden sterben.
„Lichtverschmutzung ist gefährlich für Eintagsfliegen, weil sie von den Lampen und dem Licht am Flussufer angezogen werden“, sagte Kriska der Nachrichtenagentur. Das Abschalten sei der beste Schutz.
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