Doch die Zahlen des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) sind ungenau, ergaben Recherchen des Nachrichtenportals Nordbayern und der Tageszeitung Welt. Das LGL rechne der Inzidenz der Ungeimpften auch jene Personen hinzu, deren Impfstatus unbekannt ist. Matthias Fischbach, Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Fraktion im Bayerischen Landtag, spricht auf Twitter von einer „verzerrten Ungeimpften-Inzidenz“.
Corona in Bayern: Großteil der „Ungeimpften“ hat keinen Impfstatus
Wie verzerrt die Statistik wirklich ist, zeigt die Recherche der Welt. Eine Anfrage, wie viele Corona-Fälle ohne klaren Impfstatus der Ungeimpften-Inzidenz zugerechnet wurden, beantwortet die Pressestelle des LGL wie folgt: Bei 57.489 Corona-Fällen war der Impfstatus unklar. Insgesamt seien 72.141 Fälle der Ungeimpften-Inzidenz zugerechnet worden. Das würde heißen: Deutlich mehr als zwei Drittel der Sieben-Tage-Inzidenz unter Ungeimpften machten Personen aus, deren Impfstatus zu diesem Zeitpunkt noch nicht geklärt war.
Doch warum rechnet das LGL der Ungeimpften-Inzidenz so eine hohe Anzahl an Personen mit unklarem Impfstatus zu? In einer Pressemitteilung erklärt der Präsident des LGL, Walter Jonas, die Vorgehensweise: „Wir haben uns entschieden, die Fälle ohne Angaben zum Impfstatus zunächst zu den Ungeimpften zu zählen. Denn es hat sich herausgestellt, dass diese – nach später vorliegenden Daten – in der weit überwiegenden Anzahl der Fälle ungeimpft waren.“ Den Vorwurf, die LGL würde unkorrekte Zahlen veröffentlichen, hält Jonas für „absolut abwegig“. Auch eine Umstellung der Berechnung würde an der Tatsache, dass die Inzidenz bei den Ungeimpften um ein Vielfaches höher ist als bei den Geimpften, nichts ändern. Bundesweit liegt die Inzidenz der Ungeimpften in allen Altersgruppen über der der Geimpften, meldet das Robert-Koch-Institut in seinen Wochenberichten.
Viele Corona-Tote in Bayern waren vollständig geimpft
Matthias Fischbach, Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Fraktion im Bayerischen Landtag, plädiert nun gegenüber dem Nachrichtenportal Nordbayern dafür, den Impfstatus schon beim Corona-Test abzufragen.
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