Katja Knappe wird diesen Sommer sechs Wochen lang Rot tragen. Oder genauer gesagt: zwischen dem 1. Juni und dem 12. Juli. Die 29-jährige Jura-Studentin ist eine von fast 2 000 Freiwilligen, die den Touristen während der Fußball-Weltmeisterschaft helfend zur Seite stehen sollen - auf Straßen, Plätzen, Bahnsteigen und Veranstaltungen. Und damit die Helfer möglichst gut zu erkennen sind, tragen sie eine einheitliche Bekleidung. Katja Knappe wird ein rotes Shirt anziehen, schwarze Turnschuhe, eine schwarze Hose, ein Basecap - und falls es etwas kühler wird, ein langärmeliges Oberteil. In Rot und mit drei Streifen. Wie der Rest ihrer "Uniform" auch.Rot wird allerdings nicht die dominierende Farbe der freiwilligen Helfer sein - das ist Hellblau. Denn hellblau sind die Shirts der 1 500 Freiwilligen, die das Organisationskomitee des Weltfußballverbandes Fifa stellt. Rot tragen aber auch die Helfer der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg und der Senatsverwaltung für Sport gemeinsam mit der Berlin Tourismus Marketinggesellschaft. Die S-Bahn Berlin, die weitere 150 Freiwillige stellt, hat ihre Leute hingegen mit weißen Shirts und schwarzen Hosen ausgestattet."Ich bin überzeugt, dass solche Freiwilligen während der WM gebraucht werden", sagte Berlins Sportsenator Klaus Böger (SPD) anlässlich der gestrigen Präsentation, bei der allerdings die Helfer der Fifa nicht zugegen waren. "Ich bin im Ausland schon oft an Streckenplänen verzweifelt", so der Senator.Die Helfer, gern als "Volunteers" bezeichnet, wurden bereits für ihren Sommerjob geschult. Englisch-Kenntnisse wurden aufgefrischt und Wissen über die Stadt vermittelt. "Ich wusste zum Beispiel nicht, dass der 100er- und der 200er-Bus auf ihren Strecken ganze Stadtrundfahrten absolvieren", sagte Katja Knappe. Sie könne ganz gut Englisch, so die Studentin, aber unter den Helfern fänden sich auch welche, die Spanisch, Portugiesisch oder Holländisch können.Im Einsatz sind die Helfer jeweils zu zweit und in zwei Schichten - zwischen 10 und 22 Uhr. Sicherlich, sagte Böger, werde es auch Fragen geben, auf die sie keine Antwort wüssten, oder Situationen, in denen sie die Touristen nicht verstehen. Dann, so der Senator, helfe nur eines: Lächeln. "Lächeln ist die beste Botschaft." Dass nicht alle Helfer gleich angezogen sind, sieht Böger nicht als Problem. "Wichtig ist, dass sie zu erkennen sind."Die 1 500 Freiwilligen des WM-Organisationskomitees werden vor allem rund um das Olympiastadion und an den Mannschaftshotels (Westin Grand und Bristol Kempinski) eingesetzt. Rund 1000 Helfer von ihnen sollen die Teams und die begleitenden Journalisten betreuen. Die anderen stehen bereit, um Touristen zu helfen.------------------------------Foto: 260 WM-Helfer sind an roten T-Shirts zu erkennen - dazu gehört Katja Knappe.------------------------------Foto: Die 150 Helfer der S-Bahn präsentieren sich im eigenen Look - in weißen Shirts und schwarzen Hosen.
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