Fürst von Hardenberg trieb die preußischen Staatsreformen noch während der napoleonischen Kriege straff voran: Die neue Gewerbefreiheit und die Aufhebung des Zunftzwangs waren neben seiner Steuer- und Finanzreform wohl die bedeutendsten Schritte auf dem Weg in den modernen Staat. Und mit seiner Verwaltungsreform schuf er auch ein neuartiges Ressortsystem für die preußischen Ministerien. Zum Dank schenkte ihm König Friedrich Wilhelm III. ein Schloss samt zugehörigem Dorf.
In jenem Schloss Neuhardenberg trafen sich nun jüngst Kanzler Friedrich Merz (CDU) und seine Minister zur Kabinettsklausur. Minister, deren Ministerien es nicht gäbe, wenn Fürst von Hardenberg sie nicht erfunden hätte. Der alte Fürst und preußische Staatskanzler hätte sich wohl etwas gewundert, wenn er seinen Finanzminister in hautenger schwarzer Gewandung auf einem Rennrad erspäht hätte, oder seinen Außenminister in Turnhose beim Joggen im Schlosspark.
Der heutige Kanzler Merz hingegen ist froh, dass er überhaupt noch ein Kabinett hat. Und so ließ er freimütig den Dingen ihren Lauf. Und er ließ auch seinen Finanzminister vor der Weltöffentlichkeit munter drauflosplaudern, was Union und SPD so alles in den vergangenen Jahren verbrochen hätten.
Kabinettsklausur
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Gute Laune auf Schloss Neuhardenberg: Bundeskanzler Friedrich Merz und seine Minister haben scheinbar Grund zur Freude.
© IMAGO/Chris Emil Janssen
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