Ein Landwirt hat in Polen mit seinem Traktor eine frisch asphaltierte Straße zerstört – und muss sich dafür nun vor Gericht verantworten. Wie Euronews und TVP World übereinstimmend berichten, fuhr der 60-Jährige im südpolnischen Gliwice auf eine neu verlegte Fahrbahn und riss mit einem Pflug rund 200 Meter Belag auf.
Sein Argument gegenüber der Polizei: Die Straße gehöre ihm, die Bauarbeiten seien illegal gewesen. Aus von den Ermittlern gesammelten Dokumenten soll laut Euronews jedoch hervorgehen, dass das Land, auf dem die Straße verläuft, einer örtlichen Behörde gehöre. Dem Mann drohen nach Angaben von TVP World nun bis zu zehn Jahre Gefängnis.
Der 60-Jährige nutzte laut TVP World einen Traktor, um die neu verlegte Fahrbahn aufzureißen. Die Bürgermeisterin von Gliwice, Katarzyna Kuczyńska-Budka, veröffentlichte in den sozialen Medien ein Video des Vorfalls. Darin ist zu sehen, wie ein roter Traktor seinen Pflug in den Asphalt senkt und über den Boden zieht. Zurück blieb eine lange Furche in der Straße, so TVP World.
Wem gehört die Straße?
Im Mittelpunkt steht die Frage, wem die Straße gehört. Der Landwirt habe nach Angaben der Staatsanwaltschaft eingeräumt, den Asphalt aufgerissen zu haben und bestand bei seiner Vernehmung darauf, dass das Land, auf dem die Straße verläuft, sein Eigentum sei, wie Euronews berichtet.
Die städtische Straßenverwaltung (ZDM) widersprach dem deutlich. „Die Straße gehört vollständig der Stadt Gliwice. Es ist keine Privatstraße, und kein Teil davon gehört einer Privatperson“, zitiert Euronews die Behörde.
Die Polizei stellte dem Bericht zufolge fest, dass der Mann zum Zeitpunkt der Festnahme nüchtern war. Sein Traktor wurde auf einen Polizeiparkplatz abgeschleppt – außerdem hatte er offenbar keine vorgeschriebene Haftpflichtversicherung.
140 Meter lang, 6000 Tonnen schwer: Polen präsentiert neue Fregatte
Wie hoch ist der Schaden?
Die Bezirksstaatsanwaltschaft Gliwice-West klagte den 60-Jährigen laut Euronews am Sonntag wegen Sachbeschädigung in erheblichem Umfang an. Das Bezirksgericht ordnete drei Monate Untersuchungshaft an.
Das Gericht begründete dies dem Bericht zufolge mit der hohen Freiheitsstrafe, die dem Beschuldigten möglicherweise drohe, und mit der Möglichkeit, dass er sich ihr durch unrechtmäßige Schritte entziehen könnte.
Die Staatsanwaltschaft warf dem Mann laut TVP World vor, „planvoll und vorsätzlich“ gehandelt zu haben. Anwohner hätten jahrelang auf den Bau und die Reparatur der Straße gewartet – die Kosten müsste nun die Stadt tragen. Das Gericht schätzt den Schaden dem Bericht zufolge auf rund 300.000 Zloty (etwa 69.000 Euro), während die Bürgermeisterin angab, die Straßenverwaltung gehe von etwa 400.000 Zloty (rund 93.000 Euro) aus.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]