Energie

2000 Megawatt Leistung: Ghana plant Atomkraftwerk-Projekt mit Russlands Hilfe

Ghana will gemeinsam mit Russland ein Atomkraftwerk entwickeln, erklärt der Außenminister des Landes. Putin soll zudem zugesagt haben, dass Ghanaer sich nicht mehr am Krieg in der Ukraine beteiligen dürfen.

3 Min
Der russische Präsident Wladimir Putin (l) und der Präsident Ghanas, John Dramani Mahama

Der russische Präsident Wladimir Putin (l) und der Präsident Ghanas, John Dramani Mahama

© Kirill Zykov/Russia-Africa Summit/imago/SNA

Russland und Ghana wollen gemeinsam ein großes Atomkraftwerk entwickeln. Die geplante Anlage soll eine Leistung von 2000 Megawatt haben. Das teilte Ghanas Außenminister Samuel Okudzeto Ablakwa am Samstag nach Gesprächen zwischen Präsident John Mahama und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin beim Russland-Afrika-Gipfel in Moskau mit.

Das Projekt soll die Energieversorgung Ghanas sichern und die Industrialisierung des Landes voranbringen, schrieb der Minister auf X. Russland habe sich bereit erklärt, mit Ghana an der Entwicklung des Kraftwerks zu arbeiten.

Minister: Ghanaer sollen nicht mehr am Ukraine-Krieg teilnehmen

Auch der Ukraine-Krieg war laut Ablakwa Thema der Gespräche. Nach von Mahama geäußerten Bedenken habe der russische Präsident Wladimir Putin erklärt, „dass Ghanaer nicht länger am Krieg gegen die Ukraine teilnehmen dürfen“. Das gelte sowohl für „irreguläre“ Anwerbungen als auch Ghanaer, die sich freiwillig meldeten.

Der dritte Russland-Afrika-Gipfel fand am 28. und 29. Oktober in Moskau statt. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters nahmen Delegationen aus rund 50 afrikanischen Ländern teil. Das Treffen wurde 2019 erstmals veranstaltet und soll dem Bericht zufolge dazu beitragen, die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Russland und den afrikanischen Staaten zu vertiefen.

Rosatom verhandelt mit mehreren afrikanischen Ländern

Der Chef des russischen Staatskonzerns Rosatom, Alexei Lichatschow, bestätigte laut der russischen Nachrichtenagentur Interfax im Rahmen des Gipfels Gespräche mit zahlreichen afrikanischen Ländern. Mit Uganda, Ghana, Äthiopien und Ägypten gebe es Gespräche über große Kraftwerksprojekte. In Äthiopien sind demnach Untersuchungen für einen möglichen Kraftwerksstandort vorgesehen. In Ägypten erwäge Rosatom, das Atomkraftwerk El Dabaa von vier auf sechs Reaktorblöcke zu erweitern.

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Lichatschow zufolge haben neun Länder zudem „großes Interesse“ an schwimmenden Atomkraftwerken gezeigt. Mit Ägypten, Tansania, Togo und Namibia liefen bereits konkrete Gespräche, berichtete Interfax. Rosatom bewirbt die Anlagen laut Reuters vor allem für Küstenstaaten als Möglichkeit, in die Kernenergie einzusteigen.

Bisher nur ein Atomkraftwerk in Afrika in Betrieb

Bislang gibt es auf dem afrikanischen Kontinent nur ein Atomkraftwerk im Betrieb, wie Reuters berichtet. Das Kraftwerk Koeberg in Südafrika wurde mit französischer Technologie gebaut und nahm Mitte der 1980er-Jahre den Betrieb auf. In Ägypten errichtet Rosatom derzeit das Atomkraftwerk El Dabaa, das laut Interfax vier Reaktorblöcke mit einer Leistung von jeweils 1200 Megawatt umfassen soll.

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