2000 öffnen Bäder in Templin und Bad Wilsnack / Auch andere Gemeinden suchen Investoren

Die Saarow-Therme boomt - andere Orte ziehen nach

Susanne Rost
3 Min

TEMPLIN. Die Tage sind gezählt, an denen sich die Saarow-Therme am Scharmützelsee das einzige Thermalbad Brandenburgs nennen darf. Im nächsten Jahr sollen die mit staatlicher Unterstützung gebauten Solebäder in Templin und Bad Wilsnack eingeweiht werden. Die Eröffnung der privat finanzierten "Spreewald-Therme" in Burg ist für Herbst 2001 geplant. Ein Jahr später soll die Therme in Belzig fertig sein.Diese Woche feierte das Templiner 68-Millionen-Mark-Projekt Richtfest. Die Naturtherme solle eine Kombination aus Gesundheits- und Erlebnisbad werden, sagte Uwe Mohr, der Geschäftsführer der Kurortentwicklungsgesellschaft. Zu bestimmten Zeiten soll das Bad ein Ort der Ruhe und Erholung sein: mit Sprudelperlliegen, Nackenschwallern und Massagedüsen, die Bewegung bringen in das badewannenwarme Salzwasser. Zu anderen Zeiten werden Wellenbecken, Wildwasserkanal und Geysir eingeschaltet. Zur "Naturtherme" gehöre außerdem eine orientalische Badelandschaft sowie ein Saunabereich. Im Sommer 2000 soll das mit 53 Millionen Mark Fördergeld gebaute Thermalbad in der Uckermark eröffnen. Noch in diesem Jahr soll mit dem Bau der "Fläming-Therme" in Belzig begonnen werden. Das sagte Jens Hackbart, der Geschäftsführer der Kur GmbH der Stadt im Kreis Potsdam-Mittelmark. Gut 46 Millionen Mark soll das Bauwerk einmal kosten. Das Land bezuschusst das Projekt mit 31,5 Millionen Mark.Ohne Fördermittel will die Entwicklungsgesellschaft Burg die "Spreewald-Therme" bauen. "Das wird das erste privat finanzierte Thermalbad Brandenburgs", sagt Gerhard Schippan, Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft. Allerdings sei der Vertrag mit den Investoren für das 34-Millionen-Mark-Projekt noch nicht unterschrieben. Das Wirtschaftsministerium hatte der Stadt im Spreewald vor zwei Jahren mitgeteilt, dass es den Bau des Thermalbades nicht bezuschussen wird. Das Land fördert Projekte, die in seiner Bäderkonzeption aufgenommen sind. Vorrang haben Kurorte. Burg ist lediglich Erholungsort.Die Prignitz-Stadt Bad Wilsnack dagegen ist als Kurort vorläufig anerkannt. Das dort geplante Thermalbad 35 Millionen Mark Baukosten, davon 24 Millionen Fördergeld soll nach seiner Fertigstellung an die Kristall-Bäder-Gruppe verpachtet werden, sagt Amtsdirektor Hans-Jürgen Arndt. Die Bädergruppe betreibt in Deutschland sieben Bäder, darunter das "Kristallbad" in Lübbenau (Oberspreewald-Lausitz). In Bad Wilsnack soll man ab Spätsommer in Sole baden können.Wie Burg träumen auch andere Orte, die in der Bäderkonzeption nicht aufgeführt sind, von einem Sole-Bad beispielsweise Rheinsberg. "Quelle und Wasser sind da, wir brauchen nur noch einen Investor", sagt Manfred Richter, der Bürgermeister. In Neuruppin werden die Stadtwerke als Betreiber des vage geplanten Thermalbades gehandelt. "Wir sind an einem Investor dran", sagt Herbert Burmeister, der Bürgermeister von Schulzendorf (Dahme-Spreewald). In dem Dorf an der Berliner Stadtgrenze war man bei einer Probebohrung auf warmes, salzhaltiges Wasser gestoßen. In Prötzel (Märkisch-Oderland) will ein Berliner eine Schönheitsfarm bauen, zu der auch ein Wellness-Thermalbad gehören soll. Wenn das Land sein Projekt mit 35 Prozent bezuschusst, werde noch im Frühjahr mit dem Bau begonnen, sagt Investor Joachim Dümke. Die vor knapp einem Jahr eröffnete "Saarow-Therme" boomt: "Wir haben pro Tag durchschnittlich 800 Gäste", sagt Bürgermeister Axel Walter. Das seien 200 Gäste mehr pro Tag als erwartet. "Wir sind zufrieden", sagt Walter, "Belzig und Templin sind für uns keine Konkurrenten."THERMALBÄDER Vier neue Standorte sind schon sicher // Das Land gewährt vorrangig Thermalbad-Projekten in Kurorten finanzielle Unterstützung in Millionenhöhe.Orte, die nicht in der Bäderkonzeption des Landes vorkommen, müssen dagegen nach Privatinvestoren suchen.Die Gemeinden Erkner und Bernau im Berliner Umland haben von ihren Thermalbad-Plänen Abstand genommen. BERLINER ZEITUNG/DANIEL BRAUN Auch die Berliner Umlandgemeinde Schulzendorf hat Pläne.

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