Gefahren im Internet

Umfrage: Viele Kinder klagen über sexuelle Belästigung im Netz

24 Prozent der befragten Minderjährigen wurden von Erwachsenen zu einer Verabredung aufgefordert. Jedes siebte Kind sollte sich vor einer Webcam ausziehen.

Team News Alexander Schmalz dpa/lex
2 Min
Ein Kind benutzt ein Laptop (Symbolbild). Laut einer Umfrage werden in Deutschland viele Kinder von Erwachsenen im Internet angeschrieben.

Ein Kind benutzt ein Laptop (Symbolbild). Laut einer Umfrage werden in Deutschland viele Kinder von Erwachsenen im Internet angeschrieben.

© dpa/PA Wire/Dominic Lipinski

Im November waren 2163 Kinder und Jugendliche zwischen acht und 18 Jahren vom Institut „KB&B Family Marketing Experts“ befragt worden. Der Fokus lag auf dem sogenannten Cybergrooming – der Kontaktaufnahme von Erwachsenen zu Minderjährigen mit sexuellen Absichten. Jeder sechste Heranwachsende (16 Prozent) gab an, ihm sei von einem erwachsenen Online-Kontakt schon mal eine Gegenleistung für ein Video oder Foto versprochen worden. Und 15 Prozent sagten, man habe ihnen ungefragt Nacktbilder zugesandt.

Vor allem Haupt- und Berufsschüler werden Opfer sexualisierter Ansprachen

Über alle Schulformen hinweg beschreiben Kinder und Jugendliche solche Erfahrungen, wobei häufiger Haupt- oder Berufsschüler damit konfrontiert sind. Es gebe keine signifikanten Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen. Der Blick auf die genutzten Kanäle zeige, dass die Betroffenen sexualisierte Ansprache vor allem über Instagram, gefolgt von WhatsApp und Snapchat erhalten – aber auch bei Online-Games wie „FIFA22“ oder „Minecraft“.

„Wir müssen Kinder und Jugendliche vor diesen Übergriffen schützen, ohne sie in ihren Freiheiten einzuschränken. Wir müssen aufklären, ohne Angst zu machen“, mahnte Schmid. Die Täter müssten zur Verantwortung gezogen werden. Medienaufsicht, Rechtsstaat und Gesellschaft seien angesichts der drastischen Umfrage-Ergebnisse allesamt gefordert. Viele befragte Kinder und Jugendliche würden das Thema auch gerne stärker in der Schule behandeln oder es mit ihren Eltern besprechen. Gut ein Drittel wünscht sich, einen Cybergrooming-Verdacht bei der Polizei zu melden oder unabhängig prüfen zu lassen.

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