Afghanistan

„Götzenbilder“: Taliban köpfen Schaufensterpuppen

Modegeschäfte wurden aufgefordert, alle Schaufensterpuppen zu enthaupten. Für die Ladenbesitzer ist das vor allem ein wirtschaftlicher Verlust.

Team News Alexander Schmalz dpa/lex
2 Min
Schaufensterpuppen stehen in einem Modegeschäft in der westafghanischen Provinzhauptstadt Herat.

Schaufensterpuppen stehen in einem Modegeschäft in der westafghanischen Provinzhauptstadt Herat.

© dpa/Sayed Aqa Saeedi

Der Chef der zuständigen Handelskammer in der Provinz Herat, Abdul Wadud Faissada, beklagte die neue Anweisung. Die Ladenbesitzer hätten viel Geld für die Schaufensterpuppen ausgegeben. Die Wirtschaft in Afghanistan befindet sich im freien Fall, Millionen Landesbewohner leiden Hunger. Die Modelle seien außerdem keine Götzenbilder, sondern würden zum Präsentieren von Kleidung aufgestellt. „Das gibt es in allen islamischen Ländern in den Geschäften“, so Faissada. In den sozialen Medien kursierten unterdessen Videos, die zeigten, wie Köpfe von Schaufensterpuppen abgesägt wurden.

Bereits in den vergangenen Wochen hatten die Taliban immer strengere Vorschriften für das öffentliche Leben erlassen. Zuletzt etwa wurden Autofahrer angewiesen, im Fahrzeug keine Musik abzuspielen. Zudem sollen Frauen ohne männliche Begleitperson nicht weiter als 45 Meilen (etwa 72 Kilometer) reisen dürfen. Immer noch sind die meisten weiterführenden Schulen für Mädchen geschlossen. Frauen können in vielen Fällen nicht mehr zurück an ihre Arbeitsplätze. Viele flohen seit der Machtübernahme der Islamisten im August 2021 aus dem Land.

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