„Wir haben jetzt schon nahezu alle verschiebbaren Behandlungen verschoben. Das wird noch weitergehen. Und diese Welle, die jetzt kommt, ist mit den vergangenen Wellen kaum vergleichbar“, sagte Weimann, der das Save-Berlin-Netzwerk koordiniert, in dem die Berliner und Brandenburger Intensivstationen vertreten sind.
Berlin bleibt Bundesland mit zweithöchster Inzidenz
„Nun sind wir Intensivmediziner von Hause aus aber eher Pessimisten und bereiten uns aufs Schlimmste vor“, sagte Weimann. Seriös lasse sich nicht sagen, wie schlimm es werde. „Aber wenn wir tatsächlich gleichzeitig einen hohen Ausfall in allen Lebensbereichen inklusive der Krankenhäuser haben und viele Patienten kommen – selbst wenn die nur Sauerstoff brauchen und jemanden, der nach ihnen schaut –, dann sind wir in einer Situation, in der gar nicht mehr viel geht“, sagte Weimann, der Chefarzt der Anästhesie und interdisziplinären Intensivmedizin ist.
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„Der größte Teil unserer Kolleginnen und Kollegen ist geimpft und geboostert. Nach der Anpassung der Rechtsverordnung müssen die Geboosterten nicht mehr in Quarantäne, das ist für uns total beruhigend“, sagte Weimann. „Aber unser Personal wird ja nicht nur ausfallen, weil sie selbst in Quarantäne oder Isolation müssen, sondern zum Beispiel auch, weil die Kita zumacht oder das Schulkind zu Hause bleiben muss.“
Berlin bleibt das Bundesland mit den zweithöchsten Corona-Zahlen. In den vergangenen sieben Tagen wurden 949,8 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner registriert, wie die Gesundheitsverwaltung am Freitag mitteilte. Vor einer Woche hatte der Wert noch bei 511,5 gelegen. Laut Robert-Koch-Institut ist diese sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz nur in Bremen höher.
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