Neues aus der Saurier-Welt

Forscher plädieren für drei Tryannosaurus-Arten: rex, regina, imperator

Schon viele Fünfjährige kennen ihn: T. rex ist der Star unter den Dinos. Geht es nach einigen Forschern, könnte es noch weitere Tyrannosaurus-Arten geben.

dpa/fwt
3 Min
So könnte der T. imperator ausgesehen haben. Der mögliche Vorfahre des T. rex attackiert eine Triceratops-Herde.

So könnte der T. imperator ausgesehen haben. Der mögliche Vorfahre des T. rex attackiert eine Triceratops-Herde.

© Gregory S. Paul/2022

Robuste und grazile Oberschenkelknochen

Doch der Artname des T. rex – so die Abkürzung – gerät nun in die Diskussion: Nach der Analyse von 37 Funden aus Nordamerika schlägt der US-Paläontologe Gregory Paul zusammen mit zwei weiteren Forschern vom College of Charleston im Fachblatt Evolutionary Biology eine grundlegende Änderung vor: Demnach wäre T. rex nur noch eine von drei Tyrannosaurus-Arten. Das Team begründet dies vor allem mit der auffälligen Varianz der geborgenen Oberschenkelknochen. Bei diesen schwanke das Verhältnis von Länge zu Umfang um 30 Prozent.

Die Autoren unterscheiden zwischen sehr robusten und eher grazilen Oberschenkelknochen. In unteren, älteren Fundschichten wurden bislang ausschließlich robustere Knochen geborgen, in jüngeren Schichten dagegen zusätzlich auch die schlankere Variante. Das deuten die Forscher als Hinweis darauf, dass sich die ursprüngliche Art im Laufe der Jahrmillionen in zwei Arten aufgespalten hat.

Hinzu kommen die Zähne der Tiere. Ältere Funde des T. rex zeigen zwei spezielle Frontzähne im Unterkiefer. Bei jüngeren ist es den Forschern zufolge häufig nur ein einzelner Zahn – und die betreffenden Tiere weisen eher grazile Oberschenkelknochen auf. Allerdings standen den Forschern nur zwölf Exemplare zur Verfügung, die sowohl solche Zähne als auch Oberschenkelknochen enthielten.

Modernere Methoden notwendig

Dennoch schlagen sie bereits Namen für die zusätzlichen Arten vor. Die „Tyrannenechsen“ hätten demnach drei Varianten: T. imperator als Vorläufer, von dem T. rex als robustere und T. regina als grazilere Variante abstammen. „Ob die wissenschaftliche Gemeinschaft den Vorschlägen folgt, muss sich zeigen“, sagt Bernd Herkner, Direktor des Naturhistorischen Museums Mainz. Er spricht von einer „sorgfältigen Analyse, die die Argumentation für verschiedene Arten durchaus rechtfertigen kann“. Es wäre ohnehin überraschend, „dass eine Gattung über Millionen Jahre lebt und daraus nur eine einzige Art hervorgeht“.

Der Paläontologe Martin Sander von der Universität Bonn bewertet die Chancen für eine Änderung der Nomenklatur skeptisch. Die Studie sei ein Anfang, reiche heutzutage aber für eine Änderung der Namensgebung bei weitem nicht aus. „Dafür sind moderne Methoden erforderlich“, sagt Sander. Dabei müssten die einzelnen Merkmale samt der Fundschichten minuziös statistisch analysiert und detailliert zueinander in Beziehung gesetzt werden, so dass ein Stammbaum entstehe. Beispielsweise müsse man zur Bestimmung des Altersstadiums der Tiere die Mikrostruktur der Knochen genau unter die Lupe nehmen.

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