Unter den Hunderten Menschen, die die Terrororganisation Hamas am Rande des Gazastreifens getötet hat, befindet sich mindestens eine Deutsche. Dabei soll es sich um die 22-jährige Berliner Studentin Carolin Bohl handeln, wie ihre Schwester auf Instagram schreibt. Auch ihr britischer Lebensgefährte Danny Darlington, der in Berlin lebte, sei unter den Opfern. „Wir sind am Boden zerstört und arbeiten daran, diese unvorstellbare Tragödie zu bewältigen“, heißt es in dem Post.
Das Paar hielt sich zur Zeit des Angriffs am Samstag in der Nähe des Gazastreifens auf. Am selben Tag hätten sie eigentlich nach Deutschland zurückfliegen sollen, doch das Paar wurde vom Angriff der Hamas überrascht, heißt es in einem Bericht der Jüdischen Allgemeinen. Nach Angaben der Mutter, die in Bremen wohnt, ist der Tod von Carolin Bohl bestätigt. Ihre Leiche und die ihres Freundes seien später gefunden worden.
Hamas-Angriff im Gazastreifen: Mehrere Deutsche vermisst
Dem Auswärtigen Amt zufolge wurden mehrere Deutsche von der Hamas im Gazastreifen entführt. Eine genaue Zahl nannte das Ministerium aus Sicherheitsgründen nicht.
Bisher gingen die Angehörigen und die Behörden von mindestens drei vermissten Deutschen aus. Unter den Opfern ist offenbar auch die 22-jährige Shani Louk, die am Samstag ein Musikfestival an der Grenze zum Gazastreifen organisiert hatte. Die Hamas tötete dort mindestens 260 Menschen. Ein Video zeigt, wie Louk halbnackt und wohl schwer verletzt auf einem Geländewagen liegt, umgeben von mehreren Männern. Ihre Angehörigen in Israel und Ravensburg konnten sie anhand ihrer Tattoos identifizieren.
Der Israeli Yoni Asher sagte dem TV-Sender Channel 12 News, dass seine deutsche Frau Doron, ihre beiden Kleinkinder und die Großmutter entführt wurden. Seine Ehefrau habe mit den Kindern die Großmutter in einem Kibbuz besucht, als die Terrorangriffe losgingen.
Hamas-Angriffe: Generalbundesanwalt ermittelt
Die Bundesanwaltschaft hat derweil Ermittlungen gegen unbekannte Mitglieder der islamistischen Hamas wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung eingeleitet. Das sagte eine Sprecherin der Anklagebehörde in Karlsruhe. Hintergrund seien die Entführungen und mutmaßlichen Tötungen deutscher Staatsbürger nach dem Großangriff der Hamas auf Israel.
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Die Hamas feuerte am Dienstag erneut Raketen auf Ziele in Israel ab, während Israel in der Nacht Hunderte weitere Ziele im Gazastreifen bombardierte. Über Gaza waren am Dienstagmorgen mehrere Raketenblitze zu sehen. Zudem waren Explosionen zu hören, auch heulten Sirenen.
Zuvor hatte die Hamas mit der Tötung israelischer Geiseln gedroht, sollte Israel den Gazastreifen weiter ohne Vorwarnung aus der Luft angreifen. „Auf jeden unangekündigten Angriff auf unser Volk werden wir mit der Hinrichtung einer der zivilen Geiseln antworten“, erklärten die Essedin-al-Kassam-Brigaden, der bewaffnete Arm der Hamas, am Montagabend.
Netanjahu vergleicht die Hamas mit dem „Islamischen Staat“
Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu verglich die Hamas mit der Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS), die in Syrien und im Irak Gräueltaten an Zivilisten verübt hatte. „Hamas-Terroristen haben Kinder gefesselt, verbrannt und hingerichtet. Sie sind Wilde. Die Hamas ist IS“, sagte Netanjahu am Montagabend in einer Fernsehansprache.
Die Palästinenserorganisation Hamas hatte am Samstag Tausende Raketen auf Israel abgefeuert, gleichzeitig waren Hunderte Kämpfer in den Süden Israels eingedrungen und hatten Zivilisten und Soldaten erschossen sowie etwa 150 Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Allein bei einem Musikfestival im Süden Israels töteten sie mehr als 270 überwiegend junge Menschen.
Die Zahl der Todesopfer stieg inzwischen auf mehr als 900 auf israelischer und mehr als 680 auf palästinensischer Seite, Tausende weitere Menschen wurden verletzt.
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