ESC-Vorentscheid

Die Deutschen und der ESC: Wie viel Belanglosigkeit denn noch?

Das Trauerspiel wiederholt sich. Auch in diesem Jahr beherrschen harmlose Popnummern den ESC-Vorentscheid.

2 Min
Er wird Deutschland beim Finale des Eurovision Song Contest in Turin vertreten: Malik Harris.

Er wird Deutschland beim Finale des Eurovision Song Contest in Turin vertreten: Malik Harris.

© dpa/Britta Pedersen

Beim ESC braucht es mehr als Seifenblasen und Kalendersprüche

Am Ende kann man mit etwas Wohlwollen konstatieren, dass mit „Rockstars“ von Malik Harris noch die modernste Popnummer des Abends gewonnen hat. Das war nicht schwer gegen harmlose Mitbewerber wie Eros Atomus, der davon sang, wie großartig es sei, am Leben zu sein. Oder die in Berlin lebende Emily Roberts, die mit dem Lied „Soap“ eine Botschaft verbinden wollte: „Wir lächeln uns durch den Schmerz und tanzen dazu!“

Um im weltgrößten Musikwettbewerb zu bestehen, braucht es mehr als Kalendersprüche und Seifenblasen auf der Bühne. Die Schuld ist nicht bei den Künstlern zu suchen, der Fehler liegt schon davor. Die ARD hat diesmal ein senderübergreifendes Prozedere installiert, erstmals waren neun Pop-Radiosender Bestandteil des Auswahlverfahrens.

Nur: Wenn Radiotauglichkeit als Kriterium herangezogen wird, ist der Weg zur Beliebigkeit kurz. Keine Frage: Nach zwei Jahren Pandemie und angesichts eines verheerenden Krieges unterliegt die leichte Unterhaltung erschwerten Bedingungen. Dennoch wäre sie gerade jetzt so wichtig – und dass man sich ihr in aller Ernsthaftigkeit widmet, ist nicht zu viel verlangt.

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